Das Display einer Smartwatch am Handgelenk eines Mannes (Foto: IMAGO/Eibner)

Saar-Forscher untersuchen Datenschutz bei Schrittzählern

  19.06.2021 | 09:17 Uhr

Schritt- und Gesundheitsdaten auf Smartphones und Smartwatches können viel über die Nutzer verraten, warnen Rechtsinformatiker der Saar-Uni. Sie untersuchen unter anderem den Datenschutz bei Fitnesstrackern. Dabei hoffen sie auf die Mithilfe von Nutzern.

Schrittdaten, die vom Smartphone oder der Smartwatch gesammelt werden, sind wesentlich sensibler, als es auf den ersten Blick aussieht, warnen Rechtsinformatiker der Universität des Saarlandes in Saarbrücken. Professor Christoph Sorge erklärte, so sei es etwa möglich, einzelne Personen allein anhand ihrer Schritte zu identifizieren.

Risiko, ausgespäht zu werden

Kämen Daten wie Herzfrequenz, Schlafverhalten oder GPS-Ortung dazu, könnten theoretisch sehr individuelle Profile erstellt werden. Diese seien dann nicht nur für passgenaue Werbung interessant. Vielmehr bestehe ein potenzielles Risiko, durch Dritte ausgespäht zu werden.

Forscher brauchen Daten von Nutzern

In mehreren Forschungsprojekten untersucht das Team um Christoph Sorge nach Uni-Angaben, wie Nutzer ihre Schritt- und Gesundheitsdaten sicher schützen können. Die Rechtsinformatiker wollten dazu eine Datenbank mit anonymisierten Daten von Gesundheits- und „Wearable“-Trackern erstellen. Nutzer könnten diese Daten in einem Tool der Rechtsinformatik hochladen.

Die Forscher hoffen vor allem auf Teilnehmer mit Apple-Geräten. Das habe technische Gründe. Die Teilnehmer könnten in wenigen Minuten gezielt die Daten auswählen, die sie für die Forschung beisteuern wollten. Professor Sorge betonte, die Daten würden so erhoben, dass keine Rückschlüsse auf die Personen möglich seien. Daten zur Identifikation wie Gerätename, Gerätenummer, Benutzername würden nicht weitergegeben.

Nur die Daten weitergeben, die nötig sind

Die Studie zu den Schrittdaten sei Teil des Projekts „TrUSD" (Transparente und selbstbestimmte Ausgestaltung der Datennutzung im Unternehmen). In dem vom Bundesforschungsministerium geförderten Projekt gehe es darum, Datenschutzmodelle speziell für Arbeitnehmerdaten zu entwickeln.

Die Saarbrücker Forscher setzten dabei Methoden und Verschlüsselungstechniken ein, die zum Beispiel die weitergegebenen Informationen reduzieren, damit gezielt nur weitergegeben werde, was nötig sei.

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