Blick in das noch nicht bezogene Zimmer in einem Studentenwohnheim (Foto: Imago Images/lichtgut)

Studentenwerk beklagt Leerstände in Wohnheimen

Daniel Dresen   25.08.2020 | 12:23 Uhr

Das Studentenwerk im Saarland klagt über leerstehende Wohneinheiten während der Corona-Pandemie. Das Werk und die Universität des Saarlandes rechnen mit einem Mietausfall von insgesamt circa 93.000 Euro.

Das Studentenwerk im Saarland verfügt über insgesamt 1094 Wohnheimplätze in Saarbrücken und Homburg. Zum 1. August verzeichnete das Werk einen Leerstand von 95 Wohneinheiten. Fast die Hälfte der leerstehenden Wohnräume war für ausländische Austauschstudierende vorgesehen, die das International Office der Saar-Uni vermittelt.

Onlinesemester eingelegt

"Die Corona-Pandemie sehen wir als Hauptgrund für den Leerstand", sagt Franziska Käding, Abteilungsleiterin "Studentisches Wohnen". Denn im Vorjahreszeitraum standen laut Studentenwerk nur 24 Wohnungen leer, und alle Wohnräume des International Office in Saarbrücken waren vergeben.

"Es sind vor allem ausländische Studierende, die nicht gekommen sind. Allerdings hatten auch deutsche Studierende ihre Wohnheimplätze gekündigt, da sie das Semester als Onlinesemester von zu Hause aus absolviert haben", so Käding über die derzeitige Auslastung.

Ab Oktober ausgebucht

Das Studentenwerk rechnet mit einem coronabedingten Mietausfall für den Zeitraum März bis September von circa 41.000 Euro. Zusammen mit den leerstehenden Wohneinheiten des International Office, für deren Mietausfall die Universität des Saarlandes aufkommt, summiert sich der Mietausfall für Werk und Uni auf insgesamt circa 93.000 Euro.

Käding blickt nun zuversichtlich auf das Wintersemester 2020/21. "Wir erhalten gerade für Saarbrücken wieder vermehrt Wohnheimanträge und vermieten direkt. Aktuell befinden sich 660 Personen auf der Warteliste für einen Wohnheimplatz ab Oktober", sagt die Abteilungsleiterin.

Weniger Chinesen im Cusanus-Haus

Auch Markus Geiger, Geschäftsführer des Internationalen Studierendenwerks Cusanus-Haus Saarbrücken, hat in den letzten Monaten einen erheblichen Nachfragerückgang beobachtet.

Etwa 26 Nationen leben im Studentenwohnheim des gemeinnützigen Vereins unter einem Dach. In den vergangenen Semestern habe es insbesondere einen starken Zuwachs an chinesischen Studierenden gegeben. Diese Entwicklung sei durch Corona abrupt gestoppt worden. "Waren es im vergangenen Semester noch 30 Chinesen bei uns, sind es aktuell gerade noch 15", sagt Geiger.

Dennoch stimmt ihn die Auslastung im Cusanus-Haus optimistisch: Von den rund 130 Zimmern seien nur sieben derzeit nicht besetzt. Der derzeitige Leerstand soll genutzt werden, die Wohnräume zu renovieren. Bis Ende September rechnet Geiger damit, dass das Cusanus-Haus wieder voll belegt ist.

Über dieses Thema haben auch die SR Hörfunknachrichten vom 25.08.2020 berichtet.

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