Symbolbild: LSVS (Foto: SR / Felix Schneider)

Strafbefehl gegen Polizist wegen Untreue

Thomas Gerber   17.03.2021 | 08:11 Uhr

Der ehemalige Vertreter der Sportjugend im Präsidium des Landessportverband des Saarlandes (LSVS) ist wegen Untreue zu einer Bewährungsstrafe von acht Monaten verurteilt worden. Der 56-Jährige soll zwischen 2015 und 2019 zu Unrecht Fahrtkosten von knapp 7000 Euro mit dem LSVS abgerechnet haben.

Der Polizeibeamte hat den Strafbefehl akzeptiert und 10.000 Euro als Bewährungsauflage gezahlt. Er soll zwischen 2015 und 2019 zu Unrecht Fahrtkosten in Höhe von knapp 7000 Euro gegenüber dem LSVS abgerechnet und erhalten haben. Gegenüber dem LSVS soll er mehrmals wöchentlich Fahrtkosten für eine Strecke von 25 Kilometern von seinem Heimatort zur Sportschule geltend gemacht haben, obgleich er jeweils lediglich rund fünf Kilometer von seiner Dienststelle in Dudweiler angereist war.

Fahrten zu Unrecht abgerechnet

Bei den Fahrten zum LSVS soll der Beamte teilweise ein Dienstfahrzeug der Polizei genutzt haben. Sein Vorgesetzter soll dafür eine Genehmigung erteilt haben. In einem Fall soll er nach SR-Informationen eine Abrechnung über rund 650 Kilometer (30 Cents pro Kilometer) für eine Fahrt zu einer Tagung nach Düsseldorf vorgelegt haben, obwohl er an diesem Tag in Dudweiler im Dienst gewesen sein soll.

Bei der Strafbemessung wurde laut Staatsanwaltschaft berücksichtigt, dass der 56-Jährige zuvor 10.000 Euro zur Schadenswiedergutmachung an den LSVS überwiesen hat. Da der Beschuldigte jeweils monatlich seine Fahrtkosten vorgelegt hatte, ging es in dem Verfahren um mehr als 40 Fälle von schwerer Untreue.

Wohl Konsequenzen für Dienstverhältnis

Der Beamte muss aufgrund seiner Verurteilung mit dienstrechtlichen Konsequenzen rechnen. Im Zusammenhang mit der LSVS-Affäre hatte er als damaliges Präsidiumsmitglied bereits einen Strafbefehl über 7200 Euro wegen Vorteilsgewährung im Zusammenhang mit der Geburtstagsfeier von Innenminister Bouillon in der Landessportschule zahlen müssen.

Zudem wurde das gegen ihn anhängige Verfahren wegen Haushaltsuntreue erst nach Zahlung von rund 60.000 Euro eingestellt. Er hatte sich im Präsidium unter anderem persönlich dafür eingesetzt, dass seine damalige Lebensgefährtin, die beim LSVS beschäftigt war, in eine höhere Gehaltsstufe eingruppiert wurde.

Noch zwei LSVS-Verfahren offen

Mit dem jetzt ergangenen Strafbefehl ist die Finanzaffäre beim LSVS strafrechtlich fast komplett aufgearbeitet. Bei der Staatsanwaltschaft sind nach SR-Informationen noch zwei Verfahren offen. Eines richtet sich gegen einen LSVS-Mitarbeiter, der seiner eigenen IT-Firma Aufträge erteilt haben soll. Ein zweites Verfahren richtet sich gegen Verantwortliche des 1. FC Saarbrücken Tischtennis im Zusammenhang mit der Bezahlung von Spitzenspieler Patrick Franziska.

Über dieses Thema berichten auch die SR-Hörfunknachrichten vom 17.03.2021.

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