Eine goldfarbene Justitia-Figur steht vor Aktenmappen (Foto: picture alliance/Britta Pedersen/dpa-Zentralbild/dpa)

St. Ingberter Pathologe zu Haftstrafe verurteilt

  29.06.2020 | 16:58 Uhr

Das Landgericht Saarbrücken hat einen 61-jährigen St. Ingberter Pathologen zu zwei Jahren und neun Monaten Haft verurteilt. Der Arzt hat nach Auffassung des Gerichts Fachärzte bestochen, um viele Aufträge zu erhalten. Daneben soll er Abrechnungsbetrug in Höhe von 2,6 Millionen Euro begangen haben.

Der Verurteilte sitzt seit Februar in Untersuchungshaft. Die Ermittler waren auf seine Spur gekommen, weil sie in einem anderen Verfahren ermittelt haben: In seinem Institut sollen falsche Krebsdiagnosen gestellt worden sein. Bei einer Hausdurchsuchung wurden die Ermittler in der Buchhaltung fündig und entdeckten die Schmiergeldzahlungen an verschiedene Ärzte.

Video [aktueller bericht, 29.06.2020, Länge: 2:56 Min.]
St. Ingberter Pathologe und Ehefrau wurden zu Haftstrafe verurteilt

Ermittlungen gegen elf weitere Ärzte

Der Verurteilte hatte Ärzten für die Zusendung von Gewebeproben Schmiergeld zugesagt. 2,56 Euro für einen Kassenpatienten und jeweils zehn Prozent des Honorars bei Privatpatienten. Insgesamt sollen an die beteiligten Ärzte rund 100.000 Euro in vier Jahren geflossen sein.

Die Staatsanwaltschaft Saarbrücken ermittelt in dem Zusammenhang mittlerweile gegen elf Ärzte aus dem Saarland, Rheinland-Pfalz, Bayern, Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen.

Frau erhält Bewährungsstrafe

Die ebenfalls mitangeklagte Frau des Pathologen erhielt wegen Beihilfe eine Strafe von eineinhalb Jahren auf Bewährung. Zudem muss sie 5000 Euro an eine gemeinnützige Einrichtung zahlen. Sowohl sie als auch ihr Mann hatten die Taten gestanden.

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten vom 29.06.2020 berichtet.

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