Kreuz auf einem Friedhof (Foto: IMAGO / Future Image)

Weniger Tote im März als in den Vorjahren

  05.05.2021 | 15:09 Uhr

Trotz der Corona-Pandemie sind im Saarland in diesem März deutlich weniger Menschen gestorben als im Durchschnitt der vergangenen vier Jahre. Das zeigt eine Hochrechnung des Statistischen Bundesamtes. Grund dafür sei, dass es in diesem Winter deutlich weniger andere Atemwegserkrankungen gegeben habe.

Im Saarland gab es nach Angaben des Statistischen Bundesamtes im Monat März 26 Prozent weniger Todesfälle als in Durchschnitt der vergangenen vier Jahre. Damit ist die Zahl im Saarland im Vergleich zu den anderen Bundesländern am stärksten zurückgegangen.

Bundesweit gab es im Monat März 81.359 Todesfälle. Das sind elf Prozent weniger als im März-Durchschnitt der Jahre 2017 bis 2020 (*).

Bereits im Februar hatten die Statistiker einen Rückgang der Sterbefälle verzeichnet. Im vergangenen Jahr waren im Saarland dagegen insgesamt noch mehr Menschen als im Schnitt der Vorjahre gestorben. Deutschlandweit hatte es im Dezember 2020 sogar so viele Todesfälle wie zuletzt vor 50 Jahren gegeben.

Weniger Grippefälle

Dass die Zahlen trotz Corona-Pandemie im Frühjahr zurückgegangen sind, liegt demnach vor allem an einem starken Rückgang anderer Atemwegserkrankungen, zum Beispiel der Grippe. Diese Entwicklung zeige sich in Deutschland und weltweit.

Viele Infektionskrankheiten gehen zurück
Video [SR Fernsehen, (c) SR, 05.05.2021, Länge: 02:38 Min.]
Viele Infektionskrankheiten gehen zurück

Eine starke Grippewelle wirkt sich auf die Zahl der Sterbefälle aus und hat in der Vergangenheit immer wieder dazu geführt, dass die Kurve im Winter und Frühjahr angestiegen ist. Zuletzt gab es laut Robert Koch Institut in der Saison 2017/2018 eine besonders starke Grippewelle. In der Saison 2020/2021 ist sie dagegen nahezu ausgefallen.

Sterbefallzahlen im April wieder gestiegen

Aktuell haben die Sterbefallzahlen den Durchschnitt der Vorjahre wieder leicht überschritten, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Grund dafür ist demnach, dass die Grippewellen ihren Höhepunkt in den Vorjahren spätestens im März erreicht haben und dann wieder abgeflacht sind. Diesen abgesunkenen Schnitt übersteigen die aktuellen Zahlen nun wieder.


*Hinweis: Die Corona-Pandemie hat sich im Jahr 2020 ab Ende März erstmals auf die Entwicklung der Sterbefallzahlen ausgewirkt und damit den Durchschnitt der vier Vorjahre zu dieser Zeit ebenfalls leicht beeinflusst. Mit dem Jahreswechsel 2020/2021 hat sich der Vier-Jahres-Bezugszeitraum geändert.

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