Eine Zecke sitzt auf einer Blattspitze. (Foto: Pixabay)

Borreliose-Zahlen steigen

  30.06.2020 | 11:29 Uhr

In den vergangenen beiden Wochen sind im Saarland die meisten Borreliose-Infektionen des Jahres registriert worden. Insgesamt gab es bislang 110 Fälle der durch Zecken übertragenen Krankheit.

In der zweiten Juni-Hälfte lagen die Wochen-Zahlen laut Robert Koch-Institut (RKI) erstmals im zweistelligen Bereich. Die Krankheitserscheinungen der Borreliose reichen von grippeähnlichen Beschwerden bis hin zu schweren Nervenschädigungen. Ein typisches Zeichen ist auch die sogenannte Wanderröte. Dabei handelt es sich um eine mindestens fünf Zentimeter große ringförmige Hautrötung.

Insgesamt zählte das RKI bis Ende Juni 110 Borreliose-Fälle im Saarland. Am stärksten betroffen war der Landkreis Sankt Wendel mit 42 Infektionen, die wenigsten Fälle wurden in Merzig-Wadern (6) registriert. Im Jahr 2018 waren insgesamt 375 Fälle gemeldet worden, 2019 waren es 288 Fälle.

Eine Hirnhautentzündung FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis), wie sie ebenfalls durch Zecken in Süddeutschland übertragen werden kann, gab es 2020 laut RKI im Saarland noch nicht. Als Risikogebiet gilt nur der Saarpfalz-Kreis. Dort gab es in den vergangenen beiden Jahren insgesamt vier Fälle.

Zecke entfernen und Bissstelle beobachten

Gegen FSME kann man sich präventiv mit einer Impfung schützen, gegen Borreliose helfen Antibiotika. Das Gesundheitsministerium rät, sich bei einem Besuch im Wald mit langer Kleidung zu schützen und Zecken schnell zu entfernen.

Außerdem sollten Spaziergänger in der Natur auf Hauptwegen bleiben und am besten nicht querfeldein unterwegs sein. Hunde und Katze sollten ein Zeckenmittel bekommen.

Wer doch gebissen wird, sollte die Zecke vorsichtig mit der Zeckenzange herausziehen. Ob links- oder rechtsherum ist dabei egal. Hauptsache der Körper des Tiers wird nicht gequetscht. Auf jeden Fall sollte die Stelle beobachtet werden. Bilden sich nach ein paar Tagen Kreise um die Bissstelle, könnte es sich um die Borreliose-Krankheit handeln. Dann am besten den Arzt aufsuchen. Dasselbe gilt für Fieber ein paar Tage nach dem Biss.

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