Das Rathaus in St. Ingbert (Foto: IMAGO / Becker&Bredel)

Stadtrat befasste sich mit umstrittener Aktion an Stolpersteinen

Thomas Gerber   15.02.2022 | 21:15 Uhr

Die umstrittene Aktion von Querdenkern und Impfgegern an den sogenannten Stolpersteinen in St. Ingbert war am Dienstagabend Thema im Stadtrat. Ende November waren dort Flugblätter abgelegt worden, die eine Parallele zwischen der aktuellen Coronapolitik und dem Massenmord der Nazis an den Juden zogen.

Der Stadtrat von St. Ingbert hat sich am Dienstag mit der umstrittenen Aktion von Querdenkern und Impfgegnern befasst, die im Umfeld der sogenannten Stolpersteine stattfand, mit denen an die Opfer des Nazi-Terrors erinnert werden soll. CDU, SPD, Grüne und Familienpartei haben eine Resolution vorgelegt, in der die Aktion als rassistisch, antisemitisch und geschichtsvergessen verurteilt wird.

Vorermittlungen laufen

Nahe der Stolpersteine seien Kerzen und Texte abgelegt worden, in denen die Coronamaßnahmen mit der Ausgrenzung und industriellen Ermordung von Juden im Dritten Reich verglichen worden seien. Dies stelle eine nicht hinnehmbare Verharmlosung dar.

In der Resolution wird Oberbürgermeister Ulli Meyer aufgefordert, ein Gespräch mit der Polizei zu führen, um die Stolpersteine als Erinnerungsorte zu schützen. Meyer hatte die Aktion unmittelbar nach Bekanntwerden scharf kritisiert. Die Staatsanwaltschaft hat Vorermittlungen aufgenommen.

Weisang bekennt sich zu Aktion

Auf Facebook hatte sich die Landtagskandidatin der Partei "Die Basis", Ute Weisang, dazu bekannt. Sie habe den Holocaust keineswegs relativieren wollen.

Zugleich zog sie aber Parallelen zwischen der aktuellen Coronapolitik und der Naziherrschaft. Derzeit würden in unserer Gesellschaft Techniken angewandt, wie dies zuletzt in den beiden Diktaturen auf deutschem Boden im 20. Jahrhundert der Fall gewesen sei.

Über dieses Thema hat auch die SR 3-Rundschau am 15.02.2022 berichtet.

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