Staatskanzlei Saarbrücken, Amtssitz des Ministerpräsidenten (Foto: SR)

Weiterer Klärungsbedarf nach Gesprächen

Thomas Gerber   21.11.2019 | 17:26 Uhr

Nach Hausdurchsuchungen wegen des Verdachts des sexuellen Missbrauchs im OP-Bereich der HNO-Klinik war die Spitze der Homburger Uniklinik zum Rapport bei der Landesregierung. Zunächst mussten der Vorstand und der Leiter der HNO im Gesundheitsministerium antreten, am Nachmittag dann in der Staatskanzlei.

Auch nach den beiden mehrstündigen Gesprächen hat man seitens der Landesregierung noch weiteren Klärungsbedarf. Was zu den Verletzungen der inzwischen drei mutmaßlichen Opfer geführt hat, ist nach wie vor unklar. Erklärungsversuche, wonach sie etwa durch scharfkantige, da gekühlte Zäpfchen verursacht worden sein könnten, scheinen Gesundheitsstaatssekretär Kolling jedenfalls nicht ausreichend plausibel. Er hat die Uniklinik zur schriftlichen Stellungnahme aufgefordert.

Video [aktueller bericht, 21.11.2019, Länge: 2:44 Min.]
Klärungsbedarf nach Verdacht des sexuellen Missbrauchs an der Homburger Uniklinik

Kollegengespräch: "Ich hab die Befürchtung, dass noch weitere Fälle ans Tageslicht kommen"
Audio [SR 3, Kollegengespräch: Michael Friemel/Thomas Gerber, 21.11.2019, Länge: 04:01 Min.]
Kollegengespräch: "Ich hab die Befürchtung, dass noch weitere Fälle ans Tageslicht kommen"

Zudem sollen nächste Woche Vertreter des Ministeriums als Krankenhausaufsicht die Abläufe vor Ort inspizieren. Hatte die Klinik doch erklärt, dass zumindest beim zuerst bekannt gewordenen Vorfall zu keinem Zeitpunkt eine Person allein mit der kleinen Patientin im Raum gewesen sei. Nun soll insbesondere geklärt werden, ob das auch für den Bereich der Übergabe von der Kinder- in die HNO-Klinik gilt.

Von der Staatskanzlei hieß es, man habe die UKS-Verantwortlichen aufgefordert, mehr Transparenz walten zu lassen. Zugleich wurde der Auftrag für den eingesetzten Sonderermittler erweitert. Der ehemalige Kripochef Schnur soll nun nicht nur den mutmaßlichen sexuellen Missbrauch in der Kinder- und Jugendpsychiatrie, sondern auch den in der HNO untersuchen.

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten vom 21.11.2019 berichtet.

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