Foto: Alexander M. Groß

Sendemast in Heusweiler wird gesprengt

  07.09.2018 | 09:07 Uhr

Am Abend des 21. Septembers wird der Mittelwellensender in Heusweiler gesprengt. Für die Sprengung erfolgt eine großräumige Absperrung des Areals rund um den Sender sowie Teilen der A8. Die Sprengung überträgt der aktuelle bericht live.

Bereits am 31. Dezember 2015 ist die Mittelwellen-Senderanlage abgeschaltet worden. Seither hat sich kein Interessent gefunden, der die Senderanlage nutzen will. Daher wird der Sender durch Sprengung seiner Halteseile zurückgebaut. Da nicht der Mast selbst, sondern nur die Seile gesprengt werden, ist keine größere Druckwelle zu erwarten. Für Zuschauer ist der Rückbau aber trotzdem nicht ungefährlich. Wer nah und live dabei sein will, kann die Sprengung des Senders live im aktuellen bericht und der Facebookseite der Nachrichtensendung verfolgen.

Autobahn von Freitag bis Sonntag gesperrt

Um für die Sicherheit der Öffentlichkeit zu sorgen, wird rund um die drei Sendemaste eine großräumige Sperrzone eingerichtet. Zudem wird der am Sendergelände vorbeilaufende Autobahnabschnitt zwischen der Anschlussstelle Heusweiler und Schwarzenholz gesperrt. Die Sperrung beginnt am Freitagabend um 17.00 Uhr und dauert bis Sonntagabend. In dieser Zeit wird das Abschirmnetz über die Autobahn entfernt.

Zuschauer, die die Sprengung direkt in Heusweiler sehen möchten, wird geraten, den Ortskern zu meiden und sich einen Aussichtspunkt rund um Heusweiler zu suchen. Durch die Sperrungen rechnen die Verantwortlichen mit einer angespannten Verkehrssituation im Großraum Heusweiler.

Zeitweise stärkster Radiosender Deutschlands

Am 31.12.2015 wurde der Mittelwellensender in Heusweiler nach 80 Jahren abgeschaltet. Mit einer Leistung von zeitweise sagenhaften 1.200 Kilowatt war er der stärkste Radiosender Deutschlands, der zeitweise in ganz Europa emfpangen werden konnte.

In den sechziger Jahren wurde die Europawelle Saar für viele DDR-Bürger zu einer wichtigen Informationsquelle, da sie über den eisernen Vorhang hinaus mit Neuigkeiten versorgt wurden. Für das kleine Heusweiler wurden die großen Antennenmasten so etwas wie ein Wahrzeichen. Die starke Sendeleistung hatte für die Anwohner aber auch kuriose Folgen: Teilweise erklang das Programm aus Dachrinnen, Kühlschränken und Topfdeckeln.

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