Der Neunkircher Gasometer wird gesprengt (Foto: Alexander M. Groß)

Neunkircher Gasometer ist gesprengt

  27.06.2020 | 12:04 Uhr

Der Gasometer in Neunkirchen ist am Freitagnachmittag erfolgreich gesprengt worden. Ursprünglich war die Sprengung für Sonntag geplant, aufgrund einer Sturmwarnung wurde sie jedoch vorverlegt.

Innerhalb von circa zehn Sekunden fiel gegen 16.15 Uhr am Freitagnachmittag die Stahlkonstruktion in sich zusammen. Drei Sprengladungen hatten den rund 1000 Tonnen schweren Gasometer dem Erdboden gleich gemacht. Er war laut Saarstahl und Stadt Neunkirchen bereits seit einigen Wochen außer Betrieb.

Gasometer-Sprengung in Neunkirchen
Video [SR.de, Felix Schneider, 26.06.2020, Länge: 01:04 Min.]
Gasometer-Sprengung in Neunkirchen

"100 Tonnen Stahl sind hier zusammengekracht"
Audio [SR 3, Oliver Buchholz, 26.06.2020, Länge: 01:17 Min.]
"100 Tonnen Stahl sind hier zusammengekracht"

Aufgrund der geltenden Corona-Verordnungen bat die Kreisstadt darum, die Sprengung nicht aus unmittelbarer Nähe zu beobachten, um Menschenansammlungen zu vermeiden. Das Gebiet war im Umkreis von 300 Metern um den Turm voll gesperrt. Mehrere kurzfristige Änderungen des genauen Zeitpunkts der Sprengung hatten am Freitag für Verwirrung gesorgt.

Der Gasometer musste weichen, weil auf dem Areal ein neuer Globus-Markt entstehen soll. Saarstahl hatte den Gasometer im vergangenen Jahr an die saarländische Supermarktkette verkauft.

Wechselbad der Gefühle

Gasometer in Neunkirchen: "Und dann hatte es Rumms gemacht"
Audio [SR 3, Oliver Buchholz, 27.06.2020, Länge: 02:56 Min.]
Gasometer in Neunkirchen: "Und dann hatte es Rumms gemacht"

"Ich verfolge den Abriss mit einem weinenden und einem lachenden Auge", hatte Neunkirchens Oberbürgermeister Jörg Aumann (SPD) im Vorfeld erklärt. "Die Landmarke mit dem markanten ‚Neunkircher Stahl‘-Aufdruck war immer weithin sichtbar und grüßte schon aus der Ferne." Allerdings gebe es gleich mehrere gute Gründe dafür, die alte und sanierungsbedürftige Anlage abzureißen. So werde durch den Abriss beispielsweise Platz für die Erweiterung des Stadtkerns geschaffen. Darüber hinaus könne die wartungsintensive Anlage durch umweltfreundlichere Technik innerhalb des Saarstahlgeländes ersetzt werden.

Video [aktueller bericht, 26.06.2020, Länge: 2:18 Min.]
Sprengung des Neunkircher Gasometers

Der Neunkircher Gasometer wurde 1970 erbaut. Mit seinen 75 Metern Höhe fasste er 80.000 Kubikmeter Erdgas und diente Saarstahl als Zwischenspeicher für den Betrieb der beiden Hubbalkenöfen sowie einiger Nebenaggregate im Stahlwerk. In der Vergangenheit trug er unter anderem zur besseren Gas-Luft-Vermischung bei, seit Anfang 2020 wurde er lediglich als reiner Erdgasspeicher genutzt. Aktuell laufen die Vorbereitungen für den Bau eines neuen effizienteren Erdgasspeichers. Mehr als 100 Millionen Euro hat Saarstahl in den letzten zehn Jahren in die Modernisierung des Neunkircher Werkes investiert.

Sprengung des Gasometers in Neunkirchen
Audio [SR 3, Stephan Deppen, 26.06.2020, Länge: 01:53 Min.]
Sprengung des Gasometers in Neunkirchen

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten vom 26.06.2020 berichtet.

Artikel mit anderen teilen


Push-Nachrichten von SR.de
Benachrichtungen können jederzeit in den Browser Einstellungen deaktiviert werden.

Datenschutz Nein Ja