Spatenstich für den Neubau auf dem zukünftigen „Guy-Lachmann-Polizeizentrum“ in Kirkel  (Foto: MIBS/C. Stoll)

Spatenstich für Polizeistandort Kirkel

mit Informationen von Thomas Gerber   17.03.2021 | 12:36 Uhr

Der Umbau der ehemaligen Praktiker-Zentrale in Kirkel zu einem Großstandort der saarländischen Polizei geht in die nächste Etappe. Mit einem symbolischen Spatenstich haben dort die Arbeiten für einen Erweiterungsbau begonnen. Das neue Polizeizentrum soll nach dem früheren Polizeipräsidenten und jüdischen Widerstandskämpfer Guy Lachmann benannt werden.

Während die Arbeiten in der alten rund 10.000 Quadratmeter großen ehemaligen Firmenzentrale bereits seit Monaten auf Hochtouren laufen, entsteht jetzt auf dem Gelände ein zweites, rund 8000 Quadratmeter großes Gebäude. Eine riesige Halle, mit KfZ-Werkstatt und Platz für bis zu 150 Einsatzfahrzeuge - aber auch mit einem Zwinger für die 20 Tiere der Diensthundestaffel.

Video [aktueller bericht, 17.03.2021, Länge: 2:47 Min.]
Spatenstich für den neuen Polizeistandort in Kirkel

Der Rohbau soll noch in diesem Jahr stehen. Die Fertigstellung des Gesamtkomplexes ist für Ende 2022 geplant. Rund 450 Polizeibeamte sollen ab dann in Kirkel ihren Dienstsitz haben. Unter anderem wird die Bereitschaftspolizei vom Saarbrücker Wackenberg dorthin umziehen.

Polizeizentrum wird nach Guy Lachmann benannt

Für die seit der Pleite leerstehende Baumarktzentrale und Kirkel ist das sicherlich eine nachhaltige Lösung. Aber auch die saarländische Polizei profitiere, sagt Innenminister Klaus Bouillon (CDU). Deren Arbeitsbedingungen würden sich mit dem 26 Millionen Euro Projekt nämlich nachhaltig verbessern.

Spatenstich: Neue Polizeizentrale in Kirkel
Audio [SR 3, Thomas Gerber, 17.03.2021, Länge: 02:45 Min.]
Spatenstich: Neue Polizeizentrale in Kirkel

Das Polizeizentrum Kirkel soll den Namen von Guy Lachmann tragen. Der 1906 in Neunkirchen geborener Sohn einer jüdischen Fabrikantenfamilie war nach der Saarabstimmung 1935 und der Rückkehr zu Hitlerdeutschland nach Frankreich ins Exil gegangen, um dort in der Resistance gegen die Nazis zu kämpfen. Nach dem Krieg kehrte Lachmann ins Saarland zurück - war unter Johannes Hoffmann Landespolizeipräsident. Innenminister Klaus Bouillon sagte, damit wolle man auch ein Zeichen setzen gegen Rechtsextremismus und für eine tolerante Gesellschaft.

Kirkel ist nicht das einzige Megaprojekt bei der Saarpolizei: Die Bauarbeiten für die neue Großinspektion in Saarbrücken haben inzwischen ebenfalls Fahrt aufgenommen. Hier investiert das Land voraussichtlich rund 40 Millionen Euro.

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten am 16.03.2021 berichtet.

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