Logo-Schriftzug der Sparkasse  (Foto: Ch. Niessen/SR)

Sparkassen im Saarland wollen Dispozinsen nicht senken

Sarah Sassou   01.04.2020 | 10:39 Uhr

Der Sparkassenverband Saar lehnt eine Senkung der Zinsen beim Dispokredit während der Corona-Krise ab. Damit reagiert der Verband auf eine Forderung der Linken im saarländischen Landtag.

Die Reduzierung des Dispozinssatzes klinge gut, bringe aber als wirksame Hilfe nichts. So formuliert es Verbandspräsidentin Cornelia Hoffmann-Bethscheider und verdeutlicht es mit einem Beispiel: Würde der Zinssatz bei einer Überziehung von 5000 Euro von zehn auf fünf Prozent, also um die Hälfte gesenkt, würde der Kontoinhaber im Monat gerade mal 21 Euro sparen. Zur dauerhaften Entlastung sollten Privatkunden deswegen lieber mit ihrer Sparkasse über eine Umschuldung auf einen Privatkredit mit einem viel niedrigeren Zinsniveau sprechen.

Oskar Lafontaine, Fraktionschef der Linken im saarländischen Landtag, hatte die saarländischen Sparkassen dazu aufgefordert, dem Beispiel der Sparkasse Frankfurt zu folgen und die Dispozinsen für Privatkunden zu senken. Sie hatte ihre Zinsen von fast zehneinhalb auf knapp fünf Prozent mehr als halbiert.

Tilgung für Darlehen aussetzen

Der Sparkassenverband Saar weist daraufhin, dass die saarländischen Sparkassen in der Corona-Krise sowohl ihre privaten als auch gewerblichen Kunden bereits unterstützten. So könnten nicht nur Privatkunden – wie vom Gesetzgeber seit Mittwoch so festgelegt – die Tilgung ihrer Darlehen für drei Monate aussetzen, sondern auch gewerbliche Kunden. Insgesamt hätten innerhalb weniger Tage schon 2000 Kunden von der Möglichkeit Gebrauch gemacht.

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten am 01.04.2020 berichtet.

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