abgeschlossene Spielzeugautos auf einer Bank (Foto: picture alliance/dpa | Christoph Soeder)

Sozialministerium weist Vorwürfe von Eltern zurück

Mit Informationen von Patrick Wiermer   22.09.2021 | 16:05 Uhr

Das saarländische Sozialministerium hat die Vorwürfe wegen der eingeschränkten Betreuungszeiten in Kitas zurückgewiesen und sieht die Verantwortung bei den Trägern. Die Anpassungen bei den Zeiten waren nötig geworden, weil das Ministerium seine Empfehlung an die Kita-Träger geändert hatte, um Massen-Quarantänen zu vermeiden.

Für die verkürzten Betreuungszeiten in saarländischen Kitas macht das CDU-geführte Sozialministerium die Kita-Träger selbst verantwortlich. Diese hätten „oft reflexartig“ die Betreuungszeiten reduziert, ohne mit den Eltern zu sprechen, heißt es aus dem saarländischen Sozialministerium. Zudem hätten die Träger für ausreichend Personal zu sorgen.

Hintergrund der veränderten Öffnungszeiten ist die Empfehlung der Gesundheitsministerkonferenz, in den Kitas geschlossene Gruppen zu bilden. Wegen des Personalmangels führte dies vielerorts zum Beispiel dazu, dass morgens und nachmittags jeweils eine halbe Stunde weniger Betreuung gewährleistet werden kann.

Kritik von Landeselternausschuss

Und das wiederum führte zu Unmut bei den Eltern. So kritisierte beispielsweise die Vorsitzende des Landeselternausschusses für Kitas, Julie-Andrée Trésoret, das Vorgehen von Trägern und Behörden zulasten der Eltern. "Bei vielen Eltern von Kita-Kindern ist die Geduld erschöpft. Vor allem der Wegfall der Randzeitenbetreuung setzt viele Familien zusätzlich unter Druck."

Die FDP fordert eine Rückkehr zu den ursprünglichen Öffnungszeiten: „Viele Eltern sind auf eine umfassende Betreuung angewiesen und können die vorgegebenen Zeiten nicht einhalten“, sagt Heike Müller, familienpolitische Sprecherin der FDP Saar. Es müsse einen realistischen Personal- und Betreuungsschlüssel in den Kitas geben, um das aufzufangen.

Das Ministerium verteidigt die getroffenen Maßnahmen hingegen als notwendig, um weitreichende Quarantänen zu vermeiden. Zu Beginn der Herbstferien sollen allerdings alle Hygieneempfehlungen erneut auf den Prüfstand.

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten am 22.09.2021 berichtet.

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