Katzenbabys eim Tierheim (Foto: picture alliance/dpa/Tierheim Berlin)

Tierheime klagen über Katzenschwemme

Anne Staut   01.07.2021 | 11:30 Uhr

Die Tierheime im Saarland und das Katzenhaus in Oberwürzbach sind derzeit mit Katzen und Katzenbabys überfüllt. Durch die Coronapandemie ist die Lage in diesem Sommer noch angespannter als in den Vorjahren.

Weil viele Katzen nicht kastriert sind, haben Tierheime und Katzenhäuser im Sommer häufig mit einer Katzenschwemme zu kämpfen. In diesem Jahr hat sich das Problem im Saarland aber zusätzlich verschärft, sagt die Vorsitzende des Deutschen Tierschutzbundes im Saarland, Beatrice Speicher-Spengler. Das Problem: Nur wenige Tiere können derzeit vermittelt werden. "Die Vermittlungszahlen gehen gegen Null", so Speicher-Spengler.

Sie sieht als Ursache dafür auch die Coronapandemie. Zum einen hätten bereits viele Menschen Tiere während der Pandemie aufgenommen. Zum anderen würden in diesem Sommer aufgrund der Lockerungen der Coronamaßnahmen besonders viele Menschen einen Urlaub planen, sodass sie vorher keine Tiere annehmen möchten. Die Tierheime gehen davon aus, dass sich die Situation in den kommenden Wochen noch weiter anspannen könnte. "Wir haben Angst davor, was noch kommt", so Speicher-Spengler.

Kastrationspflicht im Saarland seit Januar

Im Januar 2021 hat das Saarland eine Kastrationspflicht für Katzen eingeführt. In sogenannten Hotspots dürfen Katzenhalter ihre Tiere nur noch rauslassen, wenn sie kastriert, gekennzeichnet und in einem Haustierregister eingetragen sind.

Die Katzenschutzverordnung erlaubt den saarländischen Tierschützern im Auftrag der Landesregierung, bei großen Katzenansammlungen einzugreifen und Tiere kastrieren zu lassen. Tierschutzvereine hatten zuvor bereits mehrere Jahre gefordert, eine Kastrationspflicht einzuführen. Speicher-Spengler geht davon aus, dass die Kastrationspflicht in drei bis vier Jahren zu einer Entspannung der Situation in den Tierheimen und Katzenhäuser führen wird.

Über dieses Thema hat auch die SR Fernsehsendung "aktuell 16.00 Uhr" am 01.07.2021 berichtet.

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