Ein Wirt mit Maske zapft in einer Kneipe Bier (Foto: picture alliance/Christoph Soeder/dpa)

Sorge um Gastronomie-Beschäftigte

mit Informationen von Yvonne Schleinhege   29.10.2020 | 09:02 Uhr

Ab Montag müssen Restaurants und Gaststätten auch im Saarland erneut schließen. Der Hotel- und Gaststättenverband Dehoga findet das ungerecht: Man sei nicht der Treiber der Pandemie. Auch die Gewerkschaften sorgen sich um die Beschäftigten der Branche und fordern mehr Unterstützung.

Dass die Bundesregierung den Gastronomen und Hoteliers finanzielle Hilfen angekündigt hat, tröstet die Branche offenbar kaum. Die Gewerkschaft Nahrung Genuss und Gaststätten (NGG) im Saarland und die Arbeitskammer haben am Donnerstagabend bei einer Online-Podiumsdiskussion auf die besonders schwierige Lage aufmerksam gemacht.

Aufstockung von Kurzarbeitergeld gefordert

Gastro-Mitarbeiter vom Lockdown besonders hart getroffen
Audio [SR 3, Yvonne Schleinhege, 29.10.2020, Länge: 00:49 Min.]
Gastro-Mitarbeiter vom Lockdown besonders hart getroffen

Es sei ein schwarzer Tag für die Beschäftigten, sagte NGG-Geschäftsführer Mark Baumeister. Die Situation der Beschäftigen dieser Branche hätte bisher kaum politisch Beachtung gefunden, das müsse sich dringend ändern. Es sei zwar richtig, die Betriebe zu retten, man dürfe aber auch die Not der Mitarbeiter nicht vergessen. Von dem Kurzarbeitergeld könne niemand in der Branche leben.

Das sieht auch die Arbeitskammer so. Allein das Gastgewerbe habe rund 14.000 Beschäftige im Saarland. Wer Vollzeit arbeite, verdiene im Schnitt rund 1500 Euro Netto. Werde nur noch Kurzarbeitergeld gezahlt, blieben den Beschäftigten oft nur noch knapp unter 1000 Euro zum Leben. Die Arbeitskammer und die Gewerkschaft NGG fordern daher eine Aufstockung des Kurzarbeitergeldes auf 90 Prozent.

Dehoga enttäuscht

Auch beim Hotel und Gaststättenverband Dehoga zeigte man sich enttäuscht. Man schließe eine Branche, die nicht Treiber des Infektionsgeschehens sei, so der Geschäftsführer Frank Hohrath im SR-Interview. Der allergrößte Teil der Betriebe habe die Hygienevorschriften vorbildlich eingehalten. Welche Folgen die Maßnahmen nun haben werden, könne man noch nicht abschätzen.

Über dieses Thema berichten auch die SR-Hörfunknachrichten vom 29.10.2020.

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