Eine Gruppe Kinder mit Sonnenhüten bei einem Sommerspaziergang (Foto: (c) dpa)

Sonnenschutz für Kinder in Corona-Zeit wichtig

Sandra Schick   13.07.2020 | 08:00 Uhr

Zum Schutz vor Corona werden aktuell viele Aktivitäten ins Freie verlegt. Auch in vielen saarländischen Kitas verbringen die Kinder jetzt sehr viel Zeit draußen. Aber wegen der starken Sonneneinstrahlung kann das für die empfindliche Kinderhaut auch zu viel werden, warnen Kinder- und Jugendärzte.

Die Sonne scheint vom Himmel, die Kinder rennen und spielen auf dem Spielplatz ihrer Kita. Dass Kinder jetzt in der Corona-Zeit mehr im Freien sind ist gut und richtig, sagt Kinderarzt Benedikt Brixius, der Sprecher des Verbandes der Kinder- und Jugendärzte im Saarland.

Das helfe, die Pandemie einzudämmen, weil sich das Virus im Freien schlechter verbreiten könne. Aber gerade im Hochsommer sei aufgrund der starken Sonneneinstrahlung und hoher Ozonwerte Vorsicht geboten. Aus Angst vor Corona dürften die grundlegenden Schutzregeln nicht missachtet werden.

Zur Mittagszeit im Schatten bleiben

So sollten Kleinkinder unter zwei Jahren überhaupt nicht in die Sonne, rät der Bundesverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ). Ältere Kinder können zwar in die Sonne - wenn sie ausreichend eingecremt sind, aber in der Zeit zwischen 11.00 Uhr und 15.00 gilt auch für sie: Raus aus der Sonne und nur im Schatten spielen.

In dieser Zeit komplett drinnen zu bleiben, diesen Rat des BVKJ hält Kinderarzt Brixius im Hinblick auf Kitas für "realitätsfern". Da die meisten Kinder bereits am frühen Mittag aus dem Kindergarten abgeholt würden, mache eine solche Regel wenig Sinn. Es genüge, die Aktivitäten in dieser Zeit in den Schatten zu verlegen.

75 Prozent der Sonnenschäden entstehen in der Kindheit

Aber warum gelten für Kinder strengere Regeln im Hinblick auf den Sonnenschutz als für Erwachsene? "Kinderhaut ist schlechter gegen Sonneneinstrahlung geschützt als die Haut von Erwachsenen", so Brixius. Sie sei viel dünner und verfüge noch nicht über einen so hohen Eigenschutz wie die von Erwachsenen.

Rund 75 Prozent der Sonnenschäden der Haut entstehen während der Kindheit und Jugend, berichtet der BDKJ. Gerade diese frühzeitig erworbenen Sonnenschäden seien besonders gefährlich: Sie schädigten die Haut und erhöhten die Wahrscheinlichkeit, später an Hautkrebs zu erkranken erheblich.

Eincremen auch an schattigen Tagen wichtig

Grundsätzlich sollten Kinder deshalb möglichst wenig Zeit in der direkten Sonne verbringen. Außerdem müssen sie – auch wenn sie im Schatten spielen oder der Himmel bedeckt ist – immer eingecremt werden. "Dieser Punkt wird meistens unterschätzt", so Brixius. Auch im Schatten oder bei bedecktem Himmel könne viel Strahlung beim Kind ankommen, so dass Sonnenbrände gerade bei helleren Hauttypen auch an schattigen Tagen auftreten könnten.

Sonnenzeit individuell festlegen

Sonnencreme, die für Kinder verwendet wird, sollte grundsätzlich einen hohen Lichtschutzfaktor haben. Mindestens Lichtschutzfaktor 30 oder 50, rät der Kinderarzt. Außerdem ist regelmäßiges Nachcremen wichtig. Allerdings erhöht sich dadurch nicht die Dauer der Zeit, die das Kind in der Sonne verbringen sollte. "Es ist ein Irrglaube, dass man durch mehrmaliges Eincremen der Haut mehr Sonnenzeit zumuten kann." Irgendwann sei die Zeit "aufgebraucht".

Dabei gebe es keine festen Regeln, wie lange Kinder draußen bleiben könnten. Das sei von den Gegebenheiten am jeweiligen Tag abhängig - und natürlich vom individuellen Hauttyp. "Das ist für Kitas natürlich schwer umzusetzen", meint Brixius. "Man kann natürlich schlecht sagen, die rothaarigen Kinder gehen jetzt rein, die anderen dürfen noch draußen bleiben."

Dennoch plädiert der Kinderarzt dafür, keine starren Zeiten zum Draußenspielen festzulegen, sondern jeden Tag individuell zu entscheiden wieviel Zeit draußen verbracht wird.

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