Stadtbauernhof Saarbrücken (Foto: SR/Melina Miller)

Saarbrücker Verein baut eigenes Bio-Gemüse an

Frederic Graus   21.11.2021 | 09:52 Uhr

Frisches Gemüse, selbst angebaut und geerntet – das gibt es beim "Stadtbauernhof" im Saarbrücker Almet. Um die Bewirtschaftung kümmert sich seit 2014 ein Verein. Im Gegenzug bekommen die Vereinsmitglieder jede Woche frische Lebensmittel direkt vom Hof.

"Wir wollen hier wieder mehr Bezug zur Natur und zur Herstellung unserer Lebensmittel bekommen“, sagt Melanie Malter-Gnanou. Die 50-Jährige ist im Vorstand des Vereins "Stadtbauernhof Saarbrücken", der sich 2014 gegründet hat.

Seitdem pachtet der Verein einen Bauernhof im Saarbrücker Almet und baut dort auf offenem Feld und in mehreren Gewächshäusern eigenes Gemüse an. In den Sommermonaten werfen die Bäume und Sträucher auf dem Gelände des Bauernhofs zusätzlich Obst ab, zudem sorgen Bienen für eigenen Honig.

Melanie Malter-Gnanou ist Vorstandsmitglied beim Verein "Stadtbauernhof Saarbrücken" (Foto: Stadtbauernhof Saarbrücken)
Melanie Malter-Gnanou ist Vorstandsmitglied beim Verein "Stadtbauernhof Saarbrücken"

Kosten und Arbeit werden solidarisch geteilt

Nahrungsmittel aus eigener Hand – dieses Ziel verfolgt der Stadtbauernhof als Solidargemeinschaft. Das heißt, die Kosten für die Bewirtschaftung des Hofs werden gemeinschaftlich getragen.

"Jedes Jahr findet im Frühjahr bei einer Mitgliederversammlung ein Bieterverfahren statt", erklärt Malter-Gnanou. „Dort kann dann jeder sagen, welchen Beitrag man monatlich zahlen kann oder will." Wichtig sei nur, dass die vorab errechneten Kosten für ein Erntejahr abgedeckt seien.

Und auch die Arbeit auf dem Hof teilen sich die Vereinsmitglieder – das Jäten von Unkraut etwa gehört zu den Standardaufgaben. Auch um die Instandhaltung der Gewächshäuser wird sich gemeinsam gekümmert.

Bio-Gemüse direkt vom Hof

Im Schnitt zahlen die Vereinsmitglieder zurzeit laut Malter-Gnanou rund 75 Euro pro Monat. Dafür dürfen sie jedes Wochenende das selbst angebaute Gemüse direkt im Ernteraum des Bauernhofs abholen. Auf kleinen Tafeln ist dann angeschrieben, wie viel man sich von der wöchentlichen Ernte mitnehmen darf.

Derzeit beziehen rund 70 Haushalte das biologisch angebaute Gemüse vom Stadtbauernhof, zudem werden etwa 30 Gastronomie-Betriebe mit Lebensmitteln versorgt.

Im Ernteraum wird das Gemüse gelagert (Foto: Stadtbauernhof Saarbrücken)
Im Ernteraum wird das Gemüse gelagert

Zeichen gegen "Wegwerf-Gesellschaft"

Mit der Unterstützung von sechs festen Teilzeit-Kräften baut der Verein – je nach Jahreszeit und klimatischen Bedingungen – ganz unterschiedliche Gemüsesorten an. Zurzeit werden etwa Schwarzkohl, Rettich, Feldsalat, Pastinaken und Kohlrabi geernetet.

Die Solidargemeinschaft des Saarbrücker Stadtbauernhofs will mit ihrer Philosophie auch ein Zeichen gegen das Wegwerfen von Lebensmitteln setzen. "Krummes Gemüse kennt man aus dem Geschäft ja nicht, weil es das gar nicht bis dorthin schafft", erklärt Malter-Gnanou. "Bei uns gibt es natürlich auch Gemüse, das vielleicht nicht so schön aussieht, aber trotzdem gut schmeckt.“

In den Gewächshäusern baut der Verein verschiedene Gemüsesorten an (Foto: SR/Frederic Graus)
In den Gewächshäusern baut der Verein verschiedene Gemüsesorten an

Wissen soll weitergegeben werden

Wichtig ist dem Verein zudem, das Wissen zu Natur und Landwirtschaft an junge Menschen weiterzugeben. So besuchen regelmäßig Kindergartengruppen und Schulklassen den Stadtbauernhof.

"Wir wollen auch Kinder wieder an das Thema Landwirtschaft stärker heranführen“, sagt Malter-Gnanou. Denn der Verein im Saarbrücker Almet will die Erzeugung von Lebensmitteln auch in Zukunft selbst in die Hand nehmen.

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