Eine Justitia-Statue (Foto: Pasquale D'Angiolillo)

Soldat zu Bewährungsstrafe verurteilt

Thomas Gerber   07.09.2021 | 15:16 Uhr

Ein Zeitsoldat der Bundeswehr ist vom Landgericht wegen Verstößen gegen das Betäubungs- und Arzneimittelgesetz sowie gegen das Waffengesetz zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr und sechs Monaten verurteilt worden. Die Strafe wurde zur Bewährung ausgesetzt. Ein Verfahren wegen des Handels mit Dopingmitteln war zuvor im Rahmen eines Deals eingestellt worden.

Das Zollfahndungsamt hatte den 29-Jährigen zunächst wegen des Verkaufs von Dopingmitteln im Visier, die er Kraftsportlern im Paket mit Potenzmitteln angeboten haben soll. Bei einer Hausdurchsuchung in Neunkirchen entdeckten die Beamten dann aber quasi als Beifang knapp 80 Gramm Marihuana nebst Feinwaage, 300 Tabletten eines Potenzmittels und einen Elektroschocker.

In seinem Urteil ging das Landgericht davon aus, dass der Zeitsoldat weder das Rauschgift noch die Arzneimittel zum Eigenbedarf gelagert, sondern damit Handel getrieben hatte. Zumal auch noch 10.000 Euro in bar sichergestellt worden seien, die mit hoher Wahrscheinlichkeit aus dem illegalen Drogen- und Arzneimittelhandel gestammt hätten.

"Unehrenhafte Entlassung" droht

Im Rahmen des Deals legte der Beschuldigte ein Geständnis ab. Im Gegenzug kam er mit einer relativ milden Strafe davon, in die auch noch eine elfmonatige Bewährungsstrafe wegen Körperverletzung einbezogen wurde.

Trotzdem liegt der 29-Jährige mit der Gesamtstrafe von eineinhalb Jahren über der Zwölf-Monatsgrenze. Ihm droht die "unehrenhafte Entlassung" aus der Bundeswehr.

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten am 07.09.2021 berichtet.

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