Gedenktafel an Samuel Yeboah (Foto: SR)

18-köpfige Soko ermittelt zu Yeboah-Mord

mit Informationen von Thomas Gerber   06.08.2020 | 17:05 Uhr

Zur Aufklärung des Mordes an dem ghanaischen Asylbewerber Samuel Yeboah hat das Landespolizeipräsidium eine eigene Sonderkommission eingerichtet. Yeboha war 1991 nach einem Brandanschlag ums Leben gekommen. Nach neuen Hinweisen wurden die Ermittlungen wieder aufgerollt.

Die Soko "Welle" besteht nach SR-Informationen aus 18 Beamten und soll bereits Anfang des Jahres gegründet worden sein. Zuvor hatte es offenbar neue Hinweise von außen auf den oder die Täter gegeben. Parallel zu der neuen SoKo sucht eine Arbeitsgruppe nach möglichen Ermittlungsfehlern, die 1992 zur Einstellung des Verfahrens geführt haben könnten.

Video [aktueller bericht, 06.08.2020, Länge: 2:56 Min.]
Reaktionen auf die neuen Ermittlungen im Fall Yeboah

Rechtsextreme Motive vermutet

Video [aktueller bericht, 06.08.2020, Länge: 3:38 Min.]
Christoph Grabenheinrich zum Fall Yeboah

Am Mittwoch war bekannt geworden, dass die Generalbundesanwaltschaft das Verfahren übernommen hat. Sie geht davon aus, dass der Brandanschlag auf das Saarlouiser Asylbewerberheim von Rechtsextremisten verübt worden war.

Bei dem Anschlag war der damals 27 Jahre alte Samuel Yeboah ums Leben gekommen. Zwei weitere Bewohner wurden verletzt. Das Ermittlungsverfahren war knapp ein Jahr nach der Tat von der Staatsanwaltschaft Saarbrücken eingestellt worden, da es keine Hinweise auf die Täter gegeben hatte.

Gedenken an die Tat möglicherweise neu bewerten

Der Saarlouiser Oberbürgermeister Peter Demmer (SPD) und Bürgermeisterin Marion Jost (CDU) werten es als wichtiges Signal, dass der Anschlag nach fast 30 Jahren aufgeklärt werden könnte. Sollte sich der Verdacht auf einen rassistischen Hintergrund bestätigen, müsse auch das Gedenken an die Tat neu bewertet werden, so beide Politiker. Das Grab Yeboahs auf dem Saarlouiser Friedhof wurde bislang nicht eingeebnet, sondern wird auf Kosten der Stadt als Mahnmal erhalten.

Über dieses Thema berichteten die SR-Hörfunknachrichten am 06.08.2020.

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