Geflüchtete Ukrainer. (Foto: picture alliance/dpa | Michael Kappeler)

Offenbar Probleme bei Registrierung von Geflüchteten in Lebach

Mit Informationen von Manuela Weichsel   10.03.2022 | 20:06 Uhr

Derzeit fliehen zahlreiche Menschen vor dem Krieg aus der Ukraine – auch ins Saarland. Hier ist ihre erste Anlaufstelle häufig die Landesaufnahmestelle in Lebach. Dort soll die Registrierung der Geflüchteten Anfang der Woche chaotisch gelaufen sein. Das Innenministerium kündigte an, die Kapazitäten auszuweiten.

Viele der ukrainischen Geflüchteten kommen im Saarland als erstes in der Landesaufnahmestelle in Lebach an. Neben zwei Bussen Anfang der Woche, kamen Menschen aus der Ukraine bisher auch auf eigene Faust.

Kritik an Abläufen

Die Registrierung der Geflüchteten lief jedoch laut Augenzeugen eher chaotisch. Es sei nichts geregelt gewesen, erzählt etwa Nicole Zeiler, die privat Ukrainer aufgenommen hat. Vor Ort in Lebach habe es keine Informationen gegeben.

Auch Hans Reinhard Engel hat Ukrainerinnen und Ukrainer zuhause aufgenommen und ist enttäuscht, wie die Registrierung zu Beginn der Woche gelaufen ist. Es habe keinen Anlaufpunkt gegeben, an dem die Leute sich melden konnten.

Video [aktueller bericht, 10.03.2022, Länge: 2:44 Min.]
Chaos in der Landesaufnahmestelle in Lebach

Bouillon räumt Probleme ein

Saar-Innenminister Klaus Bouillon (CDU) räumt ein, dass es am Anfang chaotisch gelaufen ist. Es sei seiner Meinung nach zwar niemand abgewiesen worden oder habe in der Kälte stehen müssen. Doch es habe längere Wartezeiten gegeben, weil noch zu wenige Stationen für die aufwendige Erstregistrierung eingerichtet waren.

Auch Helmut Selzer von der Caritas in der Landesaufnahmestelle Lebach sagt, dass die Zustände am Montag und Dienstag problematisch gewesen seien. Er erklärt das damit, dass mehr Menschen gekommen seien als erwartet.

"Bis Freitag war es sehr ruhig, und dass sich das übers Wochenende so potenziert, war am Freitagnachmittag noch nicht zu sehen." Am Montag und Dienstag seien hauptsächlich Menschen gekommen, die bei Verwandten und Bekannten saarlandweit untergekommen seien.

Wie kann die Flüchtlingsaufnahme in der Landesaufnahmestelle verbessert werden?
Audio [SR 3, Interview: Helmut Selzer, 10.03.2022, Länge: 04:28 Min.]
Wie kann die Flüchtlingsaufnahme in der Landesaufnahmestelle verbessert werden?

Zeitnahe Verteilung auf Kommunen

Man habe die Kapazitäten jetzt deutlich ausgeweitet, so Bouillon. Außerdem sei man in enger Absprache mit den Kommunen, was freie Wohnungen angeht. Er hoffe, dass innerhalb von vier oder fünf Tagen, die Menschen auf die Kommunen verteilt werden könnten.

Wann der nächste Bus mit Geflüchteten ankommt, weiß man in Lebach nicht. Selzer geht jedoch davon aus, dass noch wesentlich mehr Menschen ins Saarland kommen werden.

Hilfe für Geflüchtete


Über dieses Thema haben auch die SR 3-"Region am Nachmittag" und der aktuelle bericht am 10.03.2022 berichtet.

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