Shishakohlen werden mit einem Haartrockner zum glühen gebracht (Foto: Gewerbeamt Homburg)

Bedenkliche Zustände in Shisha-Bars

  26.05.2017 | 11:22 Uhr

Das Homburger Gewerbeamt warnt vor den Gefahren einer Kohlenmonoxid-Vergiftung in Shisha-Bars. Hintergrund ist eine Kontrollaktion, die in der vergangenen Woche durchgeführt wurde. Die Zustände in zwei Lokalen bezeichnet das Amt dabei als „bedenklich“.

Insgesamt vier Shisha-Bars in Homburg nahm das Gewerbeamt in der vergangenen Woche unter die Lupe. In zwei Lokalen wurden bedenkliche Mängel festgestellt. So habe es zum Beispiel Probleme bei den Feuerstellen gegeben. Die hätten offen in der Küche beziehungsweise im Nebenraum gestanden. Außerdem fehlten Abzugs- beziehungsweise Belüftungseinrichtungen. „Auch die Art und Weise der Erhitzung der Kohlen, die für die „Shisha-Pfeifen“ benötigt werden, musste beanstandet werden.“ Dies sei mittels handelsüblichen Föns geschehen, der direkt an den Grill geklemmt war und im zweiten Fall über einen Ventilator.

Gasträume mussten evakuiert werden

Die CO-Warngeräte haben nach Angaben des Gewerbeamtes in beiden kontrollierten Bars bereits beim Betreten Alarm geschlagen, woraufhin die Gasträume evakuiert werden mussten. Die CO-Konzentration sei derart bedenklich gewesen, dass zur weiteren Kontrolle und Belüftung der Räume die Feuerwehr hinzugezogen werden musste. Auch der Rettungsdienst war vor Ort.

Betreiber und Gäste der betroffenen Betriebe machten nach Einschätzung des Gewerbeamtes nicht den Eindruck, dass sie sich der Gefahren durch erhöhte CO-Konzentrationen bewusst seien. „Gefährlich ist solch eine Vergiftung vor allem, da man sie nicht merkt. Man geht aus der Shisha-Bar, hat Kopfschmerzen und denkt sich, es lag an den Pfeifen. In den meisten Fällen ist dies aber das unsichtbare und geruchlose Atemgas, das in den vergangenen Wochen und Monaten in solchen Lokalen bereits zu einigen Notfalleinsätzen bundesweit sorgte“, erklärte Klaus Frank vom Gewerbeamt.

Kopfschmerzen, Herzrasen, Übelkeit, Halluzinationen

Bei einer CO-Vergiftung kommt es zu einem massiven Sauerstoffmangel im Körper. Zu den Folgen zählen je nach Konzentration des Gases Kopfschmerzen, Herzrasen, Übelkeit, Halluzinationen, Apathie, Krampfanfälle, Atemnot und im schlimmsten Fall der Tod. „Mit dieser Problematik ist nicht zu spaßen und wir hoffen, dass wir durch unseren Einsatz die Gäste und vor allem die Betreiber auf die Gefährlichkeit dieses Gifts hinweisen konnten“, so Frank.

Über dieses Thema wurde auch in der Sendung aktuell 16.00 Uhr vom 26.05.2017 berichtet.

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