Eine Krankenschwester betritt den Operationssaal. (Foto: picture alliance/Amelie BenoistT)

Staatskanzlei entlastet HNO-Chef

Thomas Gerber / Onlinefassung: Sandra Schick   13.11.2019 | 07:35 Uhr

Im Zusammenhang mit den Vorwürfen der sexuellen Belästigung an der Homburger HNO-Klinik entlastet nun eine Stellungnahme der Staatskanzlei den Leiter der HNO-Klinik. Befragungen hätten den Anfangsverdacht nicht bestätigt, so die Staatskanzlei. Nach Angaben der Saarbrücker Zeitung prüft aber die Staatsanwaltschaft, ob ein Verfahren eingeleitet wird.

Wie die Staatskanzlei auf SR-Anfrage mitteilte, sei 2017 ein Schreiben der Antidiskrimierungsstelle des Bundes unter anderem bei dem damaligen Aufsichtsratsvorsitzenden der Uniklinik, Staatsekretär Jürgen Lennartz, eingegangen. Den darin enthobenen Vorwürfen sei man in Absprache mit der Antidiskrimierungsstelle nachgegangen. Die durchgeführten Befragungen hätten den Anfangsverdacht der sexuellen Belästigung nicht bestätigt. Deshalb habe auch kein Anlass bestanden, gegen den Leiter der Klinik ein Disziplinarverfahren einzuleiten.

Staatsanwaltschaft prüft, ob Verfahren eingeleitet wird

Aus dem gleichen Grund habe Staatssekretär Lennartz auch den Aufsichtsrat über die Vorwürfe nicht informiert. Wer im Rahmen der Untersuchungen befragt wurde, teilte die Staatskanzlei dem SR nicht mit. Zu den Vorwürfen gegen den Klinikchef erklärte die Staatskanzlei lediglich, dass ein „Verstoß gegen das allgemeine Gleichstellungsgesetz in Form von Belästigung“ im Raum gestanden habe.

Nach Angaben der Saarbrücker Zeitung prüft allerdings die Saarbrücker Staatsanwaltschaft, ob ein Verfahren wegen möglicher sexueller Übergriffe eingeleitet wird. Das sagte Oberstaatsanwalt Michael Görlinger der SZ.

Chef soll im OP übergriffig geworden sein

Die „Frankfurter Rundschau“ hatte am Dienstag im Zuge der Berichterstattung über einen weiteren mutmaßlichen Fall von Kindesmissbrauch an der Uniklinik auch von jahrelangen sexuellen Übergriffen des HNO-Klinikchefs gegenüber Frauen berichtet. Ärztinnen hätten gegenüber der Zeitung erklärt, dass ihr Chef ihnen von hinten im Operationssaal an die Brüste oder in den Schritt gefasst habe. Zugleich habe er ihnen mit einem Ende ihrer Karriere gedroht.

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten vom 12.11.2019 berichtet.

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