Intensivbett-Zimmer in einem Krankenhaus (Foto: picture alliance/dpa | Sebastian Gollnow)

Viele vermeidbare Todesfälle durch Sepsis

  16.02.2021 | 06:31 Uhr

Im Saarland gilt die Sepsis als eine der häufigsten Todesursachen. Die Ärztekammer des Saarlandes und die IKK Südwest machen deshalb im Rahmen des Netzwerks Patientensicherheit mit einer Kampagne darauf aufmerksam, wie eine Blutvergiftung rechtzeitig erkannt und behandelt werden kann.

Nach Schätzungen der Ärztekammer sterben im Saarland bis zu 1000 Menschen jährlich an einer Sepsis. Deutschlandweit sind es rund 70.000 Todesfälle pro Jahr. Damit ist Sepsis insgesamt die dritthäufigste Todesursache in Deutschland nach Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Krebs, wie das Netzwerk Patientensicherheit, in dem unter anderem die Ärztekammer des Saarlandes und die IKK Südwest Partner sind, mitteilte.

"Wir wollen die Öffentlichkeit für das Thema sensibilisieren und darauf aufmerksam machen, dass Sepsis auch im Saarland als Nummer 1 bei den vermeidbaren Todesursachen gilt", sagte Prof. Jörg Loth, Vorstand der IKK Südwest.

Infektion muss nicht sichtbar sein

Eine Sepsis - umgangssprachlich auch Blutvergiftung genannt - entsteht, wenn die körpereigene Abwehrreaktion bei einer Entzündung das eigene Gewebe und die eigenen Organe schädigt. Das kann sowohl bei einer sichtbaren, äußerlichen Verletzung als auch bei einer nicht sichtbaren Infektion, zum Beispiel von Niere oder Blase, der Fall sein.

Breiten sich die Erreger im Körper aus, kommt es zu einer überschießenden Immunreaktion. Unbehandelt kann das zu einem Schock und letztlich zum Tod führen.

Symptome richtig deuten

Wird die Sepsis rechtzeitig erkannt, kann das laut Ärztekammer die Todesrate halbieren. Wichtig ist daher, dass entsprechende Symptome schnell erkannt werden. Dazu zählen unter anderem:

  • Fieber
  • Schüttelfrost
  • starke Schmerzen
  • extremes Krankheitsgefühl
  • Verwirrtheit
  • schnelle Atmung
  • fleckige Haut an den Armen beziehungsweise Beinen

Eine Sepsis kann bei Menschen jeden Alters auftreten. Um vorzubeugen, sind deshalb die bekannten Hygienemaßnahmen und ein sorgfältiger Umgang mit Wunden und entzündeten Insektenstichen wichtig. Außerdem solle man sich von einem Arzt behandeln lassen, wenn Zweifel bestünden, warnt die Ärztekammer.

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