"Selbstanzeige" neben einer Einkommenssteuerklärung (Foto: picture alliance/Armin Weigel/dpa)

Kaum noch Selbstanzeigen wegen Steuerhinterziehung

  21.07.2020 | 09:39 Uhr

Im Saarland ist die Zahl der Selbstanzeigen wegen Steuerhinterziehung deutlich zurückgegangen. Auch bundesweit werden kaum noch Schwarzgeldkonten im Ausland beim Finanzamt gemeldet.

Nach Angaben des saarländischen Finanzministeriums wurden im vergangenen Jahr insgesamt zehn Selbstanzeigen wegen Schwarzgeldkonten im Ausland erfasst. Das waren zwölf weniger als 2018 und 41 weniger als 2017.

Der Rückgang bei den Selbstanzeigen ist ein bundesweiter Trend. Demnach meldeten sich in Bayern im vergangenen Jahr nur noch 48 Steuerbetrüger mit Kapitalanlagen in der Schweiz - ein Jahr zuvor waren es noch fast dreimal so viele. In Rheinland-Pfalz, Sachsen und Berlin zeigten sich nur noch halb so viele Kriminelle wegen ihrer Auslandskonten an wie im Vorjahr.

Schärfere Gesetze und besserer Austausch

Einen Grund für die Entwicklung sehen die Finanzministerien in schärferen Gesetzen. Seit Januar 2015 kommen deutlich weniger Steuerhinterzieher mit einer Selbstanzeige ohne Strafe davon. Steuerbetrug ist seitdem nur noch bis zu einer Summe von 25.000 Euro straffrei anstatt wie zuvor bis 50.000 Euro. Zugleich tauschten die europäischen Staaten deutlich mehr Finanzdaten automatisch aus.

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten am 21.07.2020 berichtet.

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