Eine Mitarbeiterin einer Secondhand-Boutique hängt Kleidungsstücke auf. (Foto: picture alliance/dpa | Christian Charisius)

Nachhaltigkeit bei Second Hand immer wichtiger

Axel Wagner   02.05.2022 | 12:20 Uhr

Second Hand liegt im Trend, vor allem bei Kleidung – das ist an sich nichts Neues. Doch während in früheren Jahren vor allem die finanziellen Nöte der Käufer im Vordergrund standen, zählt für viele Second Hand-Käufer inzwischen der Nachhaltigkeitsaspekt.

Neu? Das muss nicht unbedingt sein. Second Hand boomt – nicht nur, aber vor allem bei Mode. 34 Prozent der Konsumentinnen und Konsumenten kaufen nach einer Studie der Unternehmensberatung KPMG inzwischen regelmäßig gebrauchte Kleidung.

Nachhaltigkeit entscheidend

Daran hat sich auch in Pandemiezeiten nicht viel geändert, auch wenn die Ladenbetreiber im Saarland große Probleme hatten. „Mit der Pandemie war es sehr schwierig“, sagt Martina Scheller, die in ihrem Geschäft in der Dudweiler Fußgängerzone unter anderem Second Hand-Bekleidung verkauft.

Ein wichtiger Aspekt für die Kunden ist die Nachhaltigkeit. Das sieht auch Andrea Ludes vom Second Hand-Laden "Déjà vu" an der Hüttenbergstraße in Neunkirchen. Nachhaltigkeit sei inzwischen fast genauso wichtig wie der günstige Preis. „Für die Motten zu teuer, für den Kleidersack viel zu schade“, heißt es auch auf ihrer Internetseite. Besonders gefragt sind Mode in großen Größen, Oberteile und vor allem Jacken. Gerade Letztere heben Leute länger zuhause auf, sagt Ludes.

Dass die Nachfrage nach Corona wieder angezogen hat, kann auch sie bestätigen. „Es läuft immer noch nicht wie früher, aber man merkt, dass man Neukunden kriegt.“

"Oft bin ich denen zu teuer"

Auch bei Gabi Kiefer erholt sich die Nachfrage langsam. Sie betreibt das rote Haus in Bexbach. Kinderkleidung, Schuhe, Kindersitze fürs Auto und Spielzeug bietet sie dort an. Auch zu ihr kommen die Kunden eher weniger wegen eines schmalen Portemonnaies. „20 Prozent der Kunden kommen, weil sie nicht viel Geld haben. Aber oft bin ich denen zu teuer, weil sie im Kik die Sachen günstiger neu kriegen“, sagt Kiefer. In der Regel sei es der Nachhaltigkeitsgedanke, der Kunden zu ihrem Second Hand-Laden führe.

Eröffnet hat sie ihren aktuellen Laden, eine große Halle am Streitweg, im März 2020 – fünf Tage vor dem Lockdown. „Es war mega anstrengend“, erinnert sich Kiefer. Sie unternahm alles, um den Laden am Laufen zu halten.

Spenden-Laden für Flüchtlinge

Daneben gibt es inzwischen am alten Standort ihres Geschäfts einen kleinen Spenden-Laden für Ukraine Flüchtlinge - eine Idee, die aus ihrer langjährigen Zusammenarbeit mit dem Deutsch-Rumänischen Freundeskreis entstanden ist. Der bringt nicht verkaufte Saison-Mode normalerweise nach Rumänien.

Aus einer Spendenaktion für die Ukraine, bei der nicht alle Kleidersäcke mitgenommen werden konnten, entstand die Idee für den Spenden-Laden. Dort können sich jetzt Flüchtlinge mit Kinderkleidung versorgen. Das Angebot wird gut angenommen.

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