Blick auf das Spaßbad Calypso (Foto: SR)

Höhere Preise nach Neustart des Calypso

Patrick Wiermer / Onlinefassung: Melina Miller   06.10.2020 | 08:55 Uhr

Nach der Wiedereröffnung des Erlebnisbades Calypso in Saarbrücken gibt es Kritik an den neuen Eintrittspreisen. Im Vergleich zu anderen Spaßbädern der Region zahlt eine Durchschnittsfamilie im Calypso den höchsten Preis für einen Tagesausflug.

Kritik an der Preisanhebung im Spaßbad Calypso
Audio [SR 3, Patrick Wiermer, 06.10.2020, Länge: 00:59 Min.]
Kritik an der Preisanhebung im Spaßbad Calypso

Vergangenen Freitag hat das Erlebnisbad Calypso in Saarbrücken seine Pforten nach rund einem halben Jahr wieder geöffnet. Mit der Neueröffnung steigen allerdings auch die Preise: Für eine Durschnittsfamilie mit zwei Erwachsenen, zwei Kindern im Alter von fünf und acht Jahren und einem Baby sind im Calypso 75,00 Euro plus 2,50 Euro Wochenendzuschlag pro Person für ein Tagesticket fällig.

Kritik an neuen Preisen

In den Sozialen Medien gab es massive Kritik an der neuen Preisstruktur des Calypso. So werden das Fehlen einer Familienkarte, die Einführung eines Babytarifs und die Erhebung eines Parktarifs bemängelt. Zumindest vom Babytarif haben die Betreiber offenbar schnell wieder Abstand genommen. Auf der Homepage des Bades werden Kinder von null bis drei Jahre aktuell als kostenfrei geführt.

Der neue Calypso-Betreiber Andreas Schauer begründete die Preisstruktur auf SR-Anfrage unter anderem mit den Corona-Beschränkungen. Man wolle mit den neuen Tarifen Anreize für eine kürzere Aufenthaltsdauer schaffen, um mehr Gästen einen Zutritt zu ermöglichen. Zudem seien die Preiserhöhungen "unvermeidbar, um das Haus langfristig attraktiv zu halten". In den letzten Jahren habe das Bad vor allem "von der Substanz" gelebt, weshalb Investitionen nötig gewesen seien. Zudem habe Schauer vom alten Betreiber Gutscheine im Wert von 1,1 Millionen Euro übernommen.

Trotz der Kritik zeigte sich der Betreiber aber zufrieden mit den Besucherzahlen: Seit der Wiedereröffnung am vergangenen Freitag seien rund 900 Besucher täglich gekommen. An normalen Tagen kämen aber mindestens doppelt so viele, so Schauer.

Andere Tarife wegen Corona-Lage

In anderen Schwimm- und Spaßbädern in der Region unterscheiden sich die Preise teilweise deutlich. Mit dem Eintrittspreis sinkt aber oft auch das Angebot an Rutschen und Attraktionen.

Im Miramar in Weinheim würde die beschriebene Beispielfamilie normalerweise 70,60 Euro für den Tagestarif, minus den Familienbonus für jedes zweite Kind, bezahlen. Am Wochenende und in den Ferien wird statt dem Tagesticket aufgrund der begrenzten Besucherzahlen momentan allerdings nur ein 4-Stunden-Ticket angeboten.

Familienticket für alle

Das Monte Mare Kaiserslautern bietet einen Familientarif für 21,90 Euro an. In diesem Preis sind beide Elternteile sowie unbegrenzt viele Kinder inbegriffen. Der Familientarif für einen ganzen Tag, den das Schaumbergbad in Tholey normalerweise anbietet, ist aufgrund der Pandemie im Moment nicht verfügbar. Stattdessen gibt es Einzeltickets für jeweils dreieinhalb Stunden. Im Das Blau in St. Ingbert zahlt eine Familie für einen Tag 14,80 Euro für zwei Erwachsene und 1,10 Euro für ein Kind ab sechs Jahren.

Auch das Aqualouis in Saarlouis hat mit einer Zeitfenster-Regelung eine Lösung zur Öffnung in der Coronazeit gefunden: Das Bad kann im Zwei-Stunden-Rhythmus besucht werden, dann schließt es jeweils für eine halbe Stunde, um Reinigungsmaßnahmen durchzuführen. Für insgesamt 13 Euro könnte die Beispielfamilie zwei Stunden Badespaß buchen. Im Koi in Homburg bezahlen Kinder und Erwachsene auch einzeln: Für insgesamt 24 Euro könnte die Beispielfamilie einen Tagesausflug machen.

Das Aqua Mundo dagegen, das zum Center Park Bostalsee gehört, bleibt für Tagesgäste vorerst ganz geschlossen.

Über dieses Thema hat auch UNSERDING am 06.10.2020 berichtet.

Artikel mit anderen teilen


Push-Nachrichten von SR.de
Benachrichtungen können jederzeit in den Browser Einstellungen deaktiviert werden.

Datenschutz Nein Ja