Frau trägt Gesichtsschutzschirm Corona-No (Foto: INSZENE Media)

Agentur wird zur "Schutzvisier-Factory"

Kristin Luckhardt   26.03.2020 | 12:16 Uhr

In der Corona-Krise stehen viele Firmen vor dem Aus. Um zu überleben, suchen die Unternehmen nach neuen Geschäftsideen. So hat die Saarbrücker Event- und Medienagentur Inszene Media eine "Schutzvisier-Factory" gegründet.

Gesichtsschutzschirme

Gesichtsschutzschirme sollen vor einer Tröpfcheninfektion - zum Beispiel mit dem Coronavirus - schützen. Sie sind eine Alternative zu Gesichtsmasken, die in der Corona-Krise zum knappen Gut geworden sind.

Statt Veranstaltungen zu planen, Plakate und Flyer zu entwerfen und zu verteilen, hat die Saarbrücker Agentur Inszene Media Gesichtsschutzschirme entwickelt. Der Onlineshop ist besser angelaufen, als erwartet. Rund 1000 "Schutzvisiere" hat die Firma schon verkauft. Dabei bietet Inszene die Schutzvisiere erst seit acht Tagen an. Firmensprecher Markus Brixius sagte SR.de, am Dienstag habe Inszene Media eine Kooperation mit der Saarbrücker Rehagruppe vereinbart. Die Rehagruppe werde jetzt 1000 Schutzvisiere am Tag produzieren.

Aus der Not eine Tugend machen

Mit den Schutzvisieren versuche die Agentur, aus der Not eine Tugend zu machen, so Brixius. Das Veranstaltungsgeschäft sei ein wesentlicher Bestandteil des Geschäftsmodells der Agentur. Und das sei in der Corona-Krise fast komplett weggebrochen. Derzeit seien zwar einige Veranstaltungen ab Ende April noch nicht abgesagt, zu befürchten sei aber, dass auch die Sommertermine gestrichen werden.

Wenn das passiere, werde es für die Veranstalter, aber auch für die Saarbrücker Agentur "richtig bitter". Die Agentur habe auch bereits Kurzarbeit beantragt. Derzeit gehe es darum, zu klären, welche weiteren Fördermöglichkeiten in Frage kämen. Bei der Soforthilfe der saarländischen Landesregierung ist Brixius skeptisch. Es sei fraglich, ob Firmen, die bereits keine Rücklagen mehr hätten, noch Kredite aufnehmen sollten.

Bestellungen auch aus anderen europäischen Ländern

Brixius hofft jetzt auf einen Großauftrag für Schutzvisiere - zum Beispiel von einem Krankenhaus oder einer Verwaltung. Bisher hätten nur Privapersonen Schutzvisiere bestellt. Die Bestellungen kamen vor allem aus dem Saarland, aber auch aus anderen europäischen Ländern, zum Beispiel aus Österreich. Ob der Verkauf von Schutzvisieren die Firma retten könne, sei zwar unklar, so Brixius. Aber die Firma werde alles versuchen. Die insgesamt 20 Mitarbeiter wollten weiter "gute Stimmung verbreiten und versuchen, zu helfen, wo wir können". Mit verschiedenen Aktionen wolle sie ihre Kunden unterstützen. Zudem habe Inszene Media der Initiative Ingos Kältebus in Saarbrücken Schutzschirme gespendet.

Über dieses Thema hat auch aktuell im SR Fernsehen am 26.03.2020 berichtet.

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