Symbolbild: Ein Kind wird geimpft (Foto: dpa)

Jeder zehnte Schulanfänger ohne richtigen Masern-Schutz

AFP   02.05.2019 | 07:07 Uhr

Saarländische Schulanfänger schneiden bei der Impfquote gegen Masern im Bundesvergleich schlecht ab. Zu diesem Ergebnis kommt eine neue Statistik des Robert-Koch-Instituts. Demnach sind 90,5 Prozent der saarländischen Schulanfänger vollständig gegen Masern geimpft. Das bedeutet, rund jeder zehnte Schulanfänger ist ohne ausreichenden Schutz.

Eine vollständige Masernimpfung besteht aus zwei Impfungen: Die erste Impfung sollte im Alter von elf bis 14 Monaten erfolgen. Die zweite Impfung im Alter von 15 bis 23 Lebensmonaten. Nur Kinder, die beide Impfungen erhalten haben, verfügen nach Angaben des Robert-Koch-Instituts über einen ausreichenden Masernschutz.

In Deutschland haben sieben Prozent der Schulanfänger keinen ausreichenden Masernschutz. Das berichten die Zeitungen der Funke Mediengruppe (Donnerstagsausgaben) unter Berufung auf die neue Statistik des Robert-Koch-Instituts (RKI) zu Impfquoten. Demnach haben im Jahr 2017 zwar insgesamt 97,1 Prozent der Schulanfänger die erste Impfung bekommen. Bei der entscheidenden zweiten Masernimpfung sind die Quoten jedoch geringer. Nach den neuen Daten des RKI sind nur gut 93 Prozent zweimal gegen Masern geimpft.

Auch gibt es bei der zweiten Impfung große regionale Unterschiede. Die schlechtesten Quoten für die zweite Masernimpfung von Schulanfängern gibt es demnach in Baden-Württemberg (89,1 Prozent) und im Saarland (90,5 Prozent). Das bedeutet: Im Saarland hat fast jedes zehnte Kind bei der Einschulung keinen vollständigen Impfschutz. Nur in zwei Bundesländern liegt die Quote über der Zielmarke von 95 Prozent: Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern mit jeweils 95,5 Prozent.

Schuleingangsuntersuchungen ausgewertet

Insgesamt wurden die Daten der Schuleingangsuntersuchungen von rund 650.000 Kindern ausgewertet. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) pochte angesichts der Zahlen erneut auf eine Impfpflicht bei Masern. "Die Impfquoten bei Schulanfängern sind gut, aber nicht gut genug", sagte er den Funke-Zeitungen. "Denn erst wenn mehr als 95 Prozent gegen Masern geimpft sind, können wir diese gefährliche Infektionskrankheit ausrotten. Deshalb muss die Masern-Impfung verpflichtend werden." Spahn will in Kürze einen Gesetzentwurf zu einer staatlichen Impfpflicht vorlegen.

Saarländische Landespolitiker mehrheitlich für Impfpflicht

Auch im Saarland diskutierte der Landtag kürzlich die Einführung einer Masern-Impfpflicht. Die Fraktionen haben sich mehrheitlich für eine Pflicht zur Masernimpfung ausgesprochen. Auch die saarländische Gesundheitsministerin Monika Bachmann (CDU) begrüßt die Initiative Spahns, sieht aber "keine akute Gefahrenlage im Saarland" aufgrund der Erkenntnislage zu Maserninfektionen und einer sehr hohen Durchimpfquote.

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten vom 02.05.2019 berichtet.

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