Schüsse in Klarenthal (Foto: SR / Lena Schmidtke)

Schütze von Klarenthal hat in seinem Haus auf Polizisten gefeuert

mit Informationen von Thomas Gerber   04.06.2022 | 16:37 Uhr

Zu dem Schusswechsel in Saarbrücken-Klarenthal sind jetzt weitere Details bekannt geworden. Der Schütze hat sich offenbar zunächst kooperativ gezeigt und die Beamten in sein Haus gelassen, um ihnen seine Waffen auszuhändigen. Dann habe er dort plötzlich auf die Beamten geschossen.

Der Schütze von Saarbrücken-Klarenthal, der einen Polizisten schwer verletzt hat, war unmittelbar vor der Tat, am Freitagvormittag, in der Saarbrücker Saaruferstraße mit seinem Wagen von der Polizei gestoppt worden. Das bestätigte das Landespolizeipräsidium dem SR.

Bei der Kontrolle habe sich der 67-Jährige sehr kooperativ gezeigt und den Beamten einen Revolver aus dem Handschuhfach übergeben. Danach sei er mit den Beamten zu seinem Anwesen nach Klarenthal gefahren, um ihnen dort angeblich seine restlichen Waffen auszuhändigen.

Im Haus schoss er plötzlich

Im Haus soll er dann plötzlich - möglicherweise aus einer Schublade - eine Waffe gezogen und auf die Beamten geschossen haben. Einer von ihnen wurde dabei offenbar im Oberkörperbereich getroffen und schwer verletzt. Er wurde an der Schulter getroffen, in dem Bereich, den die Schutzweste nicht abdeckt. Ihm soll es "den Umständen entsprechend gut gehen".

Anschließend verschanzte sich der Schütze in dem Haus. Nach mehreren Stunden Belagerung und weiteren Schüssen konnte die Polizei das Wohnhaus des Mannes schließlich stürmen. Sie fanden den 67-Jährigen und seinen Hund tot auf. Der Mann hatte offenbar zunächst das Tier und dann sich selbst erschossen. Das ergab die Obduktion. Allerdings konnte das Projektil bislang noch nicht gefunden werden. Von ihm erhoffen sich die Beamten letzte Gewissheit, dass der Mann sich selbst getötet hat.

Waffenarsenal in Wohnung

Der 67-Jährige verfügte offenbar über ein ganzes Waffenarsenal. 20 Gewehre und sieben Pistolen wollte die Waffenbehörde am Freitag beschlagnahmen. Das Verwaltungsgericht Saarlouis hat einen entsprechenden Durchsuchungsbeschluss erlassen, der am Freitag vollzogen werden sollte.

Der ehemalige Jäger und Rechtsanwalt sollte die Waffen nach einem längeren Rechtsstreit abgeben, weil er bereits mehrfach auffällig geworden war. Die Waffenbesitzkarten waren ihm schon entzogen worden, er hatte seine Revolver, Büchsen und Flinten, darunter auch einige halbautomatische Pistolen, aber nicht freiwillig abgegeben.

Über dieses Thema berichten auch die SR-Hörfunknachrichten am 04.06.2022.

Mehr zum Thema:

Beschluss des Verwaltungsgerichts
Schütze von Klarenthal besaß offenbar Waffenarsenal
Der Schütze von Saarbrücken-Klarenthal, der am Freitag einen Polizisten schwer verletzt hat, war offenbar in Besitz eines ganzen Waffenarsenals. Das geht aus dem Beschluss des Verwaltungsgerichts hervor, der dem SR vorliegt.

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