Eine ältere Frau hält ein Telefon in der Hand. (Foto: picture alliance / Eibner-Pressefoto | Fleig)

Schockanrufer erbeuteten wieder hohe Beträge im Saarland

  16.09.2022 | 17:23 Uhr

Die Polizei warnt erneut vor Schockanrufen: Hintergrund sind neue Fälle, die zwischen Donnerstag- und Freitagmorgen den Beamten im Saarland gemeldet wurden. Eine 61-Jährige verlor einen hohen fünfstelligen Betrag an die Betrüger.

Insgesamt zwölf sogenannte "Schockanrufe" registrierte die Polizei zwischen Donnerstag- und Freitagmorgen im Saarland. Eines der Opfer war eine Frau aus dem Regionalverband. Sie verlor einen hohen fünfstelligen Betrag. Eine Anruferin hatte sich bei ihr als Polizeibeamtin ausgegeben und von einem vermeintlich schweren Verkehrsunfall mit Todesfolge berichtet, den ihre Tochter verursacht hätte.

Nur durch die Zahlung einer Kaution könne deren Inhaftierung abgewendet werden. In einem zweistündigen Telefonat wurde die Frau nach Angaben der Polizei so unter Druck gesetzt, dass es in Saarbrücken schließlich zur Geldübergabe kam.

Bankmitarbeiter verhindert Geldübergabe

Glück hatte hingegen eine 79-Jährige aus Wadern. Auch bei ihr hatte ein vermeintlicher Polizeibeamter angerufen und behauptet, ihre Tochter habe einen Verkehrsunfall verursacht. Sie wurde dazu überredet, bei ihrer Bank eine Kaution in Höhe von 40.000 Euro abzuheben.

Dass es zu keiner Geldübergabe kam, war nur der Wachsamkeit des Bankmitarbeiters zu verdanken. Wie die Polizei mitteilte, hinterfragte er das Geschehen und schaltete vor der Geldauszahlung die Polizei ein.

Die saarländische Polizei geht davon aus, dass in diesem Jahr durch Telefonbetrug ein Schaden von mehr als einer Million Euro entstehen wird. Das wäre so viel wie noch nie.

Verhaltenstipps der Polizei

Die Polizei rät, am besten aufzulegen, wenn man sich nicht sicher ist, wer anruft. Angehörige und Polizei sollten immer unter den bekannten Nummern angerufen werden. Die Rückruffunktion sollte in diesen Fällen nicht genutzt werden.

Persönliche sowie finanzielle Verhältnisse sollten nie am Telefon besprochen werden. Die Polizei warnt außerdem davor, Geld oder Wertsachen an unbekannte Personen zu übergeben. Stattdessen sollte eine Vertrauensperson hinzugezogen und die Polizei über den Notruf verständigt werden.

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Über dieses Thema hat auch die SR 3-Sendung "Region am Nachmittag" am 16.09.2022 berichtet.

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