Dillinger Hütte (Foto: Pasquale D'Angiolillo)

Schmiergeldskandal bei der Dillinger Hütte weitet sich aus

Thomas Gerber   06.05.2021 | 07:37 Uhr

Im Schmiergeldskandal bei der Dillinger Hütte hat die Staatsanwaltschaft vier weitere Anklagen erhoben. Dies bestätigte die Behörde dem SR auf Anfrage. Den Beschuldigten werden besonders schwere Bestechung und Submissionsbetrug vorgeworfen.

Bei den Anklagen geht es erneut um Auftragsvergaben durch den ehemaligen Leiter der Neubauabteilung der Hütte, der kürzlich gemeinsam mit einem Bauunternehmer bereits wegen Korruption zu einer mehrjährigen Freiheitsstrafe verurteilt worden war.

500.000 Euro gezahlt?

Weitere Anklagen Schmiergeldskandal Dillinger Hütte
Audio [SR 3, Thomas Gerber, 06.05.2021, Länge: 01:00 Min.]
Weitere Anklagen Schmiergeldskandal Dillinger Hütte

Im Zentrum der Vorwürfe steht dieses Mal eine Völklinger Elektrofirma. Deren geschäftsführende Gesellschafter sollen sich in den Jahren 2012 bis 2014 Aufträge über gut elf Millionen Euro unter anderem in der Strangguss- und der Sinteranlage gesichert haben. Damit sie zum Zug kamen, soll der damalige Leiter der Neubauabteilung Angebotspreise von Mitkonkurrenten durchgesteckt oder Fristen verlängert haben.

Dafür soll er rund eine halbe Million Euro Schmiergeld bekommen haben. Das Geld floss jeweils in bar, wurde gestückelt offenbar auf dem Hüttengelände übergeben. Das Bargeld organisierten sich die beiden Völklinger Unternehmer über Scheinrechnungen von zwei Firmen, deren Geschäftsführern die Staatsanwaltschaft nun Beihilfe zur Korruption vorwirft.

Weitere Verfahren laufen

Wann der Prozess vor dem Landgericht beginnt, ist noch unklar. Die Anklage ist noch nicht zugelassen worden. Bei der Staatsanwaltschaft laufen nach SR-Informationen noch rund 20 weitere Verfahren. Dabei hat sie offenbar auch zwei Ex-Vorstandsmitglieder der Dillinger Hütte im Visier.

Über dieses Thema berichtet auch die SR3-Rundschau vom 06.05.2021.

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