Ein Kind bekommt Medizin verabreicht (Foto: picture alliance / dpa | Patrick Pleul)

Im Saarland werden Schmerzmittel für Kinder knapp

mit Informationen von Michael Schneider und Lisa König   14.07.2022 | 19:43 Uhr

Die weltweite Störung der Lieferketten führt bereits seit Längerem in vielen Bereichen zu Lieferengpässen. Das bekommen nun auch die Kleinsten zu spüren – denn bestimmte Medikamente für Kinder sind schwer zu bekommen.

Die Glückauf-Apotheke in Dudweiler bekommt es schon zu spüren: Manche Präparate sind dort bereits knapp geworden, vor allem fiebersenkende Mittel für Kinder unter sechs Jahren. In den Schubladen klaffen Lücken - von manchen Medikamenten ist nur noch ein letztes Exemplar da. Und so geht es gerade den meisten Apotheken im Saarland.

"Keine Aussicht auf Besserung"

„Bei fiebersenkenden Präparaten für Kinder geht es hauptsächlich um die Paracetamol- und Ibuprofen-Säfte, beides auch in Zäpfchenform“, so Susanne Koch, die Vorsitzende des Apothekervereins im Saarland. Lieferbar sei aktuell keines davon, vor allem bei den Säften sehe es mau aus. Die Bestände seien auch auf null oder laufen gegen null - mit keiner Aussicht auf Besserung.

Video [aktueller bericht, 14.07.2022, Länge: 2:54 Min.]
Medikamente für Kinder sind knapp - was können Eltern tun?

Nachbestellen: Fehlanzeige. Denn den Markt haben mittlerweile wenige Hersteller unter sich aufgeteilt, und die können derzeit nicht liefern. Teilweise fehlen wohl Arzneistoffe aus Asien, genaue Angaben bekommen auch die Apotheken nicht. Ein weiterer Grund: Offenbar haben viele Eltern diesen Sommer vorsorglich eingekauft.

Kinderärzte warnen vor Panik

Was also tun, wenn das Kind fiebert und Medikamente fehlen? Bei den Kinderärzten heißt es: Vor allem nicht zu früh in Panik ausbrechen. Nicht jeder Fieberschub sei gefährlich, nicht immer müssen es gleich Tabletten sein.

Es sei eine gute Abwehrreaktion unseres Immunsystems, erklärt Kinderarzt Bendedikt Brixius. „Wir haben ein superhochspezialisiertes Immunsystem, das zeigt sich auch im Fieber.“ Dieses sei per se nicht gleich was Schlimmes.

Hausmittel als Alternative

Wenn sich das Kind unwohl fühlt, helfen oft auch Hausmittel: Nicht zu warm anziehen, viel trinken oder auch der gute alte Wadenwickel. Wichtig: Der sollte nicht zu kalt sein, weil das den Kreislauf durcheinander bringt.

„Wir empfehlen handwarme Wickel, die dann mit einem trockenen Handtuch um die Wade gewickelt werden“, erklärt Brixius. Die könnten alle zehn bis 15 Minuten gewechselt werden. So könne man das Fieber durchaus um ein halbes bis ein Grad senken.

Keine gute Idee: Medikamente, die eigentlich für Erwachsene gedacht sind, einfach verdünnen - etwa Aspirin. Denn dabei kann vieles schief gehen. "Das ist im Kindesalter richtig gefährlich", erklärt Kinderarzt Brixius.

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