Äpfel (Foto: SR)

Schwache Apfelernte

mit Informationen von Bettina Rau   05.09.2019 | 19:42 Uhr

Die Apfelernte sieht dieses Jahr nicht gut aus. Viele Kleingärtner haben gar nichts zu ernten, bei den Bauern fallen die Erträge nur gering aus. Klimaprobleme setzen auch anderem Obst zu.

Obstbauer Josef Jacoby legt in Tünsdorf am Montag mit der Apfelernte los. Viel wird er dieses Jahr nicht ernten können. Die Kälte im Frühjahr und die Trockenheit im Sommer haben den Pflanzen zugesetzt. Außerdem hatte er mit Schädlingen zu kämpfen, Würmer haben sich dieses Jahr vermehrt wie nie.

Video [aktueller bericht, 05.09.2019, Länge: 2:56 Min.]
Schwache Apfelernte

Die Ausbeute seiner 20-Hektar-Apfelplantage ist entsprechend schlecht. "Bei uns im Betrieb haben wir die Hälfte einer normalen Ernte, würden wir sagen. Woanders im Saarland gibt es zum Teil gar nichts", sagt Jacoby. Das einzig Positive an der geringen Ernte für ihn: Der Preis steigt. Und da die Kleingärtner oft nichts ernten, ist die Nachfrage beim Obstbauern da.

Ein Drittel der Vorjahresernte

In ganz Deutschland fällt die Apfelernte ähnlich schlecht aus wie vor zwei Jahren. Der Verband der Fruchtsaftindustrie (VdF) rechnet mit 350.000 Tonnen auf Streuobstwiesen. Dies entspreche nur etwa einem Drittel der Vorjahresernte. "Nach der starken Ernte 2018 mit 1,1 Millionen Tonnen Äpfeln brauchen die Streuobstbäume offensichtlich in diesem Jahr Erholung", so VdF-Geschäftsführer Klaus Heitlinger.

Die sogenannte Alternanz von abwechselnd guten und schwachen Erntejahren mache sich bemerkbar. Regionaler Frost sowie fehlende Niederschläge im Frühsommer beeinflussten die diesjährige Erntemenge und Fruchtgröße zusätzlich.

Wenige, aber gute Zwetschgen

Bei Zwetschgen verzeichnet Josef Jacoby etwa ein Drittel einer normalen Ernte, dafür ist die Qualität der Früchte dieses Jahr gut. "Die Trockenheit und die Hitze haben den Früchten zugesetzt. In tiefen Lagen gibt es eigentlich gar nichts, weil es erfroren war. Hier oben geht es." Mit dem Ertrag könne er die Stammkundschaft versorgen. An Händler könne er hingegen nur noch ganz wenig liefern.

Weil der Klimawandel dem Obstbauern in Tünsdorf zusetzt, denkt er darüber nach, verstärkt Wein anzubauen oder Früchte, die Sonne und Trockenheit lieben. "Wir stellen uns die Frage, ob wir unsere Kulturen so weiterführen können. Wir denken darüber nach, andere Sachen zu pflanzen wie Aprikosen oder Feigen. Wir werden sicherlich bei unseren Kulturen einen Wandel durchführen müssen."

Über dieses Thema hat auch der aktuelle bericht im SR Fernsehen am 05.09.2019 berichtet.

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