Symbolbild: Polizei (Foto: SR / Felix Schneider)

Polizei gelingt Schlag gegen Anabolika-Handel

Thomas Gerber / Onlinefassung: Sandra Schick   16.11.2021 | 12:04 Uhr

Polizei und Zoll ist ein Schlag gegen den illegalen Arznei- und Dopingmittelhandel gelungen. Zwei Tatverdächtige wurden nach Angaben des Zolls bereits in der vergangenen Woche festgenommen. Sie sollen in großem Stil über Onlineshops unter anderem Anabolika vertrieben haben.

In der vergangenen Woche wurden zwei Männer im Alter von 62 und 49 Jahren an den Flughäfen Frankfurt und Brüssel festgenommen. Die beiden Männer sollen über verschiedene Onlineshops über Jahre hinweg unter anderem Anabolika für Kraftsportler verkauft haben. Zwölf Wohnungen und Geschäftsräume im Raum Saarbrücken und in Luxemburg wurden durchsucht.

Geldwäsche aufgefallen

Auslöser für das Verfahren war eine Geldwäscheverdachtsanzeige der zuletzt umstrittenen Kölner Financial Intelligence Unit des Bundesfinanzministeriums im Jahr 2019. Seither wurden die Geschäfte der beiden Männer observiert.

Vergangene Woche schlugen die Ermittler dann zu: Bei der Großrazzia wurde umfangreiches Beweismaterial sichergestellt. Zudem konnten Millionenwerte beschlagnahmt werden: Darunter zwei Oldtimer, drei Luxuslimousinen, wertvolle Briefmarken, 340 Silbermünzen und stolze 22 Kilogramm Gold. Zudem fanden die Ermittler einen Revolver mit 50 Schuss Munition.

Mittäter noch auf freiem Fuß

Das Verfahren richtet sich gegen die zwei Hauptbeschuldigten, die zumindest zeitweise im Saarland lebten, sowie gegen weitere Mittäter, die noch auf freiem Fuß sind.

Die illegalen Gewinne sollen die Männer über ein internationales Firmengeflecht gewaschen haben. Allein für einen ihrer mindestens sechs Onlineshops beziffert der Zoll die gewaschene Geldsumme auf 3,8 Millionen Euro.

Über dieses Thema hat auch die SR 3-Rundschau am 16.11.2021 berichtet.

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