Saar-Mobil-Bus (Foto: SR)

Saar-Mobil gründet eigene Busfahrschule

mit Informationen von Max Friedrich   12.09.2022 | 16:21 Uhr

Busfahrerinnen und Busfahrer werden auch im Saarland dringend gesucht. Um die Situation auf dem Personalmarkt zu verbessern, will die Verkehrsgesellschaft Saar-Mobil die Ausbildung künftig selbst in die Hand nehmen.

Deutschlandweit fehlt es an Busfahrerinnen und -fahrern. Der Bundesverband Deutscher Omnibusunternehmen rechnet damit, dass sich das Problem in Zukunft noch verschärfen wird: Er geht von 36.000 offenen Stellen in den kommenden zehn Jahren aus.

Für die saarländische Verkehrsgesellschaft Saar-Mobil ist die aktuelle Situation bereits alarmierend genug, um sofort zu handeln – mit der Gründung einer eigenen Fahrschule für angehende Busfahrerinnen und -fahrer. Ausgebildet werden sollen diese von der nach eigenen Angaben jüngsten Busfahrlehrerin im Saarland, der 25-jährigen Jasmin Schulz.

Video [aktueller bericht, 12.09.2022, Länge: 3:02 Min.]
Saar-Mobil übernimmt Ausbildung von Busfahrern

„Es nützt nichts, uns nur zu beklagen, wir tun etwas mit unseren Möglichkeiten, indem wir eine eigene Ausbildung auf die Beine stellen“, sagt Andreas Baron, Geschäftsführer des Saar-Mobil-Gesellschafters Aloys Baron GmbH.

20 bis 30 Busfahrer will Saar-Mobil jährlich ausbilden

Folgende Führerscheinklassen sollen bei Saar-Mobil ausgebildet werden:

  • B (Kraftfahrzeug bis maximal 3500 Kilogramm, auch mit Anhänger bis maximal 750 Kilogramm)
  • BE (Zugfahrzeug der Klasse B mit Anhänger ab 750 Kilogramm, aber nicht mehr als 3500 Kilogramm)
  • C (Kraftfahrzeug ab 3500 Kilogramm, auch mit Anhänger bis 750 Kilogramm),
  • CE (Zugfahrzeug der Klasse C mit Anhänger ab 750 Kilogramm),
  • D (Kraftfahrzeug, ausgelegt zur Beförderung von mehr als acht Personen exklusive Fahrzeugführer bzw. -führerin)
  • DE (Kraftfahrzeug der Klasse D mit Anhänger über 750 Kilogramm)

„Wir zielen zunächst auf die Versorgung unserer Gesellschafter-Unternehmen, aber auch auf den gesamten Markt“, sagt Baron. Dabei gehe es nicht nur um den ÖPNV-Linienverkehr, sondern auch um den Busreiseverkehr. „Wer also gerne einen modernen Reisebus durch fremde Länder chauffiert, ist bei uns richtig“, so Schulz.

Die Kosten für einen Bus- bzw. Lkw-Führerschein belaufen sich nach Angaben von Saar-Mobil auf rund 10.000 Euro. Möglich sei dabei auch eine Umschulungsförderung durch die Bundesagentur für Arbeit.

Jasmin Schulz, Fahrlehrerin Saar-Mobil (Foto: Saar-Mobil)
Jasmin Schulz, Fahrlehrerin Saar-Mobil

Dass der Beruf für Andere anscheinend wenig attraktiv ist, kann Schulz nicht nachvollziehen. Der Job sei abwechslungsreich und auch gut bezahlt. "Das Tolle daran ist, dass man eigentlich immer unterwegs ist." Besonders viel Freude bereite ihr der Reiseverkehr. "Man fährt die Leute dahin, wo Urlaub gemacht wird und verbringt dort auch Zeit mit der Reisegruppe."

Saar-Mobil will jährlich 20 bis 30 Busfahrerinnen und -fahrer ausbilden. Angesichts des großen Bedarfs scheint das wohl eher ein Tropfen auf dem heißen Stein zu sein.

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