Foto: pixabay/konevi

Saarlouis kämpft gegen Taubenschar

  22.11.2020 | 08:59 Uhr

Die Stadt Saarlouis erinnert Bürger und Touristen daran, Tauben nicht zu füttern. Denn die Zahl der Tauben wächst mit ihrem Futterangebot. Um den Bestand auf ein verträgliches Maß zu reduzieren, betreibt die Stadt seit einiger Zeit zudem ein sogenanntes Taubenhaus.

Bereits seit dem Jahr 2013 ist das Füttern von Tauben in der Saarlouiser Innenstadt und am Saaraltarm verboten. Für Verärgerung sorgen jedoch immer wieder vereinzelt Menschen, die die Vögel mit Essensresten wie Brötchen, Pommes oder Bratwurst füttern. Denn dieses Verhalten führt nicht nur dazu, dass die Zahl der Tauben in der Innenstadt wächst. Das falsche Futter kann die Tiere auch krank machen.

Für Probleme sorgen nach Angaben der Stadt nicht nur diejenigen, die gelegentlich ihr Brötchen mit den Tauben teilen, sondern Einzelpersonen, die aus falsch verstandener Tierliebe meist nachts große Mengen an Körnerfutter in der Stadt verstreuen. Diese illegalen Futterstellen würden außer zahlreichen Tauben auch Ratten und sogar Wildschweine anlocken.

Bis zu 5000 Euro Bußgeld

Verstöße gegen das Taubenfütterungsverbot können nach Auskunft der Stadt mit einem Bußgeld von bis zu 5000 Euro belegt werden. "Entscheidend ist dabei die Menge. Kleinere Verstöße liegen, gestaffelt nach Schwere des Verstoßes und bei erstmaliger Ahndung, unter 100 Euro", sagt Sprecher Sascha Schmidt. Dabei gehe es etwa um das Auswerfen kleinerer Mengen Brot aus der Hand.

Beim richtigen Füttern, also beim gezielten Auswerfen von Taubenfutter in größeren Mengen, werde der mögliche Rahmen nach Ermessen angewendet und das Bußgeld auch deutlich teurer. Hier spiele es etwa auch eine Rolle, ob die ermittelten Personen bereits öfter beim Taubenfüttern erwischt worden seien, so Schmidt.

Eiertausch im Taubenhaus

Um den Saarlouiser Taubenbestand zu regulieren, führt die Stadt zudem in Zusammenarbeit mit zwei Tierschützerinnen seit mehreren Jahren ein sogenanntes Taubenhaus auf dem Kasematten-Parkdeck. In einem Holzhäuschen sind mehrere Hundert Stadttauben mit artgerechtem Futter und Wasser versorgt. Nach Auskunft der Stadt halten sich die Vögel so den Großteil des Tages im Taubenhaus auf, anstatt auf Straßen und Plätzen nach Futter zu suchen.

Außerdem bietet das Taubenhaus den Tieren zahlreiche Brutnischen. Wenn die Tauben dort ihre Eier ablegen, können diese durch Kunststoffeier ersetzt werden. So kann die Vermehrung der Tauben eingedämmt werden. Zwischen März und Oktober seien auf diese Weise durchschnittlich 100 Taubeneier pro Monat ausgetauscht worden.

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