Museumschef Roland Mönig (Foto: SR)

Chef des Saarlandmuseums geht

  25.11.2019 | 08:45 Uhr

Roland Mönig verlässt das Saarland. Der bisherige Chef des Saarlandmuseums wird künftig das Von-der-Heydt-Museum in Wuppertal leiten, bestätigte am Montagmorgen das saarländische Kulturministerium.

Video [aktueller bericht, 25.11.2019, Länge: 2:32 Min.]
Chef des Saarlandmuseums wechselt nach Wuppertal

Mönig habe um eine eine vorzeitige Auflösung seines bis 2023 laufenden Vertrages gebeten, um einen Wechsel nach Wuppertal ins Von der Heydt-Museum zu ermöglichen, teilte das Kulturministerium mit. „Wir sind Dr. Roland Mönig dankbar für seine Courage, in den schwierigen Zeiten des Umbruchs die Position des kunst- und kulturwissenschaftlichen Vorstands übernommen zu haben. Er hat einen wesentlichen Beitrag dazu geleistet, die Stiftung in ruhigeres Fahrwasser zu bringen", sagte Kulturministerin Christine Streichert-Clivot (SPD). Wechsel seien im Kulturbereich etwas ganz Normales.

Video [aktueller bericht, 25.11.2019, Länge: 3:01 Min.]
SR-Reporter Dietmar Schellin zu Roland Mönig

Mit seinem Weggang entgeht Mönig womöglich einer kritischen Debatte um die Museums-Politik der Stiftung. Denn die Besucherzahlen waren nach dem Publikums-Sturm bei der Wiedereröffnung der Modernen Galerie 2017 nicht überzeugend. Zudem gab es Kritik am Umgang mit dem Pächter des Museums-Cafés, dem inzwischen gekündigt wurde.

Übernahme in schwierigen Zeiten

Der Eingangsbereich der Modernen Galerie in Saarbrücken mit der Außengestaltung des Künstlers Michael Riedel. (Foto: Pasquale D'Angiolillo)
Der Eingangsbereich der Modernen Galerie in Saarbrücken mit der Außengestaltung des Künstlers Michael Riedel.

Mönig ist seit Dezember 2013 kunst- und kulturwissenschaftlicher Vorstand der Stiftung Saarländischer Kulturbesitz und Leiter des Saarlandmuseums. Er übernahm die Leitung damals in schwierigen Zeiten. Wegen Planungsmängeln und drastisch gestiegener Baukosten von neun auf knapp 39 Millionen Euro war der Bau des sogenannten Vierten Pavillons 2011 zunächst gestoppt und erst Ende 2015 fortgesetzt worden.

Kollegengespräch: "Es muss Druck von Seiten des Kulturministeriums gegeben haben"
Audio [SR 3, Kollegengespräch: Gerd Heger/Barbara Grech, 25.11.2019, Länge: 02:39 Min.]
Kollegengespräch: "Es muss Druck von Seiten des Kulturministeriums gegeben haben"

Mit dem Wechsel nach Wuppertal kehrt Mönig in seine alte Heimat nach Nordrhein-Westfalen zurück und tritt dort am 1. April im Von der Heydt-Museum die Nachfolge von Gerhard Finckh an. Zuerst hatte die Westdeutsche Zeitung über den Abschied Mönigs aus dem Saarland berichtet. Demnach soll er bereits am vergangenen Freitag im Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen vorgestellt worden sein.

Streichert Clivot: Museum muss in ruhiges Fahrwasser

Ministerin Streichert-Clivot sagte dem SR, jetzt gehe es darum, das Museum in ruhiges Fahrwasser zu bringen und dafür zu sorgen, dass die Menschen sich weiterhin für die Einrichtung begeistern lassen. Mönigs Nachfolger müsse in der Modernen Galerie für die notwendigen Besucherzahlen sorgen. „Das heißt, es muss ein Programm sein, das kulturinteressierte Menschen reizt. Es muss aber auch ein Programm sein, das für alle Saarländerinnen und Saarländer interessant ist.“ Vor allem bei jungen Familien sieht Streichert-Clivot noch Nachholbedarf.

Wie es jetzt weitergeht, darüber soll am kommenden Mittwoch auf einer Kuratoriumssitzung beraten werden. Streichert-Clivot möchte in den nächsten Tagen einen Auflösungsvertrag aushandeln und dann Mönigs Stelle möglichst zügig neu ausschreiben.

Kulturministerin zu Mönigs Wechselwunsch
Streichert-Clivot sieht "Raum für Neues"

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten am 25.11.2019 berichtet.

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