Eine Frau in einem Minirock bummelt durch die Stadt (Foto: imago images/Ralph Peters)

Fotografieren unter den Rock soll strafbar werden

mit Informationen von Carolin Dylla   19.09.2019 | 08:02 Uhr

Der Landtag hat mit den Stimmen aller Fraktionen einen Antrag angenommen, in dem er die Landesregierung auffordert, sich für ein Verbot des sogenannten Upskirting einzusetzen. Damit wird das heimliche Filmen oder Fotografieren unter Kleider oder Röcke im öffentlichen Raum bezeichnet. Bislang kann das lediglich als Ordnungswidrigkeit geahndet werden.

Nach aktueller Gesetzeslage können in Deutschland Täter, die Mädchen und Frauen in der Öffentlichkeit heimlich unter Röcke oder Kleider fotografieren oder filmen, nicht strafrechtlich verfolgt werden. Ende Juni stellte die FDP-Bundestagsfraktion einen Antrag, das zu ändern. Einige Bundesländer – unter anderem Rheinland-Pfalz, Bayern und Baden-Württemberg – haben das im Bundesrat bereits angestoßen. Vergangene Woche kündigte Bundesjustizministerin Christine Lambrecht (SPD) einen Gesetzesentwurf dazu an.

Sexuelle Belästigung und Mobbing

Unter den Fraktionen des saarländischen Landtages herrschte Einigkeit: Upskirting ist keine Bagatelle. Für die Linken-Abgeordnete Barbara Spaniol ist Upskirting eindeutig eine sexuelle Belästigung, die sich Frauen nicht gefallen lassen müssten. Die innenpolitische Sprecherin der SPD, Petra Berg. geht noch einen Schritt weiter – und bezeichnet Upskirting als eine Form psychischer Gewalt. Denn oft würden die Fotos im Netz veröffentlicht; Mobbing und Demütigung seien die Folgen. Der Antrag soll auch dazu dienen, die Öffentlichkeit auf das Thema aufmerksam zu machen.

Über dieses Thema hat auch die SR 3-Rundschau am 19.09.2019 berichtet.

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