Eine Frau versucht sich vor der Gewalt eines Mannes zu schützen. (Foto: dpa/Maurizio Gambarini)

Saarland bundesweit Schlusslicht bei Opferentschädigung

  18.08.2022 | 08:44 Uhr

Gewaltopfer, die im Saarland staatliche Hilfe beantragen, haben wenig Aussicht auf Erfolg. Die Mehrzahl der Anträge nach dem Opferentschädigungsgesetz wurde 2021 abgelehnt. Zudem müssen die Betroffenen mit langen Verfahren rechnen.

Bei der Entschädigung von Gewaltopfern schneidet das Saarland am schlechtesten in Deutschland ab. Das geht aus einer Erhebung des Weißen Rings hervor.

Weißer Ring: "Opferrechte sind Menschenrechte"
Audio [SR 3, Nadine Irmer, 26.08.2022, Länge: 02:50 Min.]
Weißer Ring: "Opferrechte sind Menschenrechte"

Nur jeder vierte Antrag anerkannt

Demnach lehnte das Landesamt für Soziales im letzten Jahr fast 62 Prozent der Anträge auf Unterstützung nach dem Opferentschädigungsgesetz ab. Das sei äußerst besorgniserregend, sagte der Landesvorsitzende des Weißen Rings, Jürgen Felix Zeck, der Deutschen Presse-Agentur.

Jeder vierte Antrag wurde anerkannt. Die übrigen 13 Prozent wurden "aus sonstigen Gründen" eingestellt.

Mehr Personal notwendig

Gewaltopfer, die staatliche Hilfe beantragten, erlebten oft sehr lange Verfahren, so Zeck. Im Saarland gebe es nur zwei Mitarbeiter im Amt und viel zu wenige Gutachter und Gutachterinnen. Um das Verfahren zu beschleunigen, seien mehr Verantwortliche nötig.

Mit dem Opferentschädigungsgesetz verpflichtet sich der Staat, Opfer von Gewalttaten wie Körperverletzung, häuslicher Gewalt oder sexuellem Missbrauch, zu unterstützen. Der Staat soll laut Gesetz Kosten für medizinische Behandlungen oder Rentenzahlungen übernehmen.

Über dieses Thema hat auch die SR 3-Rundschau am 18.08.2022 berichtet.

Artikel mit anderen teilen


Push-Nachrichten von SR.de
Benachrichtungen können jederzeit in den Browser Einstellungen deaktiviert werden.

Datenschutz Nein Ja