Vermummte Polizisten (Foto: dpa)

Saarland keine Hochburg für Clankriminalität

Thomas Gerber   25.09.2019 | 12:14 Uhr

Das Landespolizeipräsidium LPP ist dem Eindruck entgegengetreten, das Saarland sei Hochburg der sogenannten Clankriminalität. Ein Polizeisprecher sagte dem SR, im Saarland gebe es insbesondere keine rechtsfreien Räume in Innenstädten.

Am Dienstag hatte das Bundeskriminalamt seinen Jahresbericht zur organisierten Kriminalität in Deutschland vorgestellt. Dabei wurden für das Saarland vier Clans erwähnt, die hier tätig gewesen seien. Dabei habe es sich um ausländische Tätergruppierungen gehandelt, die insbesondere im Bereich Wohnungseinbruch, Tabakschmuggel und Drogen aktiv gewesen seien. Deren Strukturen seien zwischenzeitlich zerschlagen und die Täter zum Großteil strafrechtlich abgeurteilt worden.

Video [aktueller bericht, 25.09.2019, ab 13:59 Min.]
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Erstmals wird Clankriminalität eigens erfasst

Bei der Meldung der sogenannten Clankriminalität an das Bundeskriminalamt sei die Saar-Polizei sehr niederschwellig vorgegangen, was die vergleichsweise hohe Zahl der Fälle möglicherweise erklären könne.

Im BKA-Bericht zur Organisierten Kriminalität 2018 wird erstmals die Clankriminalität gesondert ausgewiesen. Demnach waren den Ermittlern bundesweit 45 kriminelle ausländische Familienclans bekannt geworden. Rund die Hälfte davon (22) waren in Nordrhein-Westfalen aktiv. Bayern hatte sieben, Berlin fünf und das Saarland vier Verfahren gemeldet.

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