Telefonhörer mit eingehendem Fake-Anruf von Europol und Warnschild, Symbolfoto TelefonbetrugTelefonhörer mit eingehendem Fake-Anruf von Europol und Warnschild, Symbolfoto Telefonbetrug (Foto: picture alliance / CHROMORANGE | Christian Ohde)

Betrüger geben sich am Telefon als Europol-Mitarbeiter aus

  07.09.2022 | 12:34 Uhr

Im Saarland gibt es aktuell wieder Fälle, in denen Menschen Anrufe von vermeintlichen Europol-Mitarbeitern bekommen. Doch hinter den Anrufen stecken Betrüger. Ihr Ziel: Persönliche Daten und Geld zu ergaunern.

Das Bundeskriminalamt und die Bundesnetzagentur warnen schon seit längerem vor einer weiteren Betrugsmasche per Telefon. Den Angaben zufolge laufen die Anrufe häufig nach diesem Muster ab: Zunächst meldet sich eine Bandansage. Auf Englisch wird darin erklärt, der Anruf käme von einer Polizeibehörde, meist Europol oder Interpol. Man wolle darüber informieren, dass Daten der Person (Personalausweisnummer beispielsweise) missbraucht wurden.

Dann wird der Angerufene aufgefordert, eine Taste zu drücken. Folgt er dieser Anweisung, wird der Anruf zu einer realen Person weitergeleitet. Die Person versucht dann meist das Opfer zur Herausgabe persönlicher Daten aufzufordern und schließlich im Gesprächsverlauf zu Geldüberweisungen zu verleiten.

Betroffene aus dem Saarland berichtet

Auch im Saarland scheint es derzeit wieder vermehrt solche Anrufe zu geben. Eine Betroffene erzählt dem SR, von ihrem Anruferlebnis. "Auf meinem Handy bekam ich einen Anruf bei dem eine Vorwahl aus Rheinland-Pfalz angezeigt wurde." Sie sei dran gegangen und in einer englischen Bandansage darüber informiert worden, dass Europol sie darüber informieren wolle, dass ihre ID missbraucht worden sei.

Nachdem sie der Aufforderung nachkam und die Taste "Zwei" gedrückt hatte, wurde sie mit einem Mann verbunden, dieser forderte sie auf, ihre Daten anzugeben. "Nachdem ich ihn dann aber nach seinem Namen gefragt habe, hat er aufgelegt."

Die Polizei rät: Auflegen!

Menschen, die solche und ähnliche Anrufe erhalten, rät die Polizei, den Anruf umgehend zu beenden. Auch der Aufforderung eine Taste zu drücken, sollte man nicht nachkommen. Auf keinen Fall sollte man den Anrufern persönliche Daten mitteilen oder Geldzahlungen leisten.

Eine weitrere Masche: Schock-Anrufe

Eine weitere Telefonbetrugsmasche, die im Saarland in den letzten Monaten vermehrt festgestellt wurde, sind Schock-Anrufe. Dabei versuchen Täter, Menschen um ihr Geld zu bringen, indem sie behaupten, einem nahestehenden Menschen wäre etwas Schlimmes passiert. Auf diese Weise wurde allein im ersten Halbjahr im Saarland rund eine Million Euro erbeutet.

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