Blitze am Himmel (Foto: dpa/Julian Stratenschulte)

Unwetter verursachten 2019 viele Schäden im Saarland

  04.05.2020 | 13:17 Uhr

Das Saarland hatte im vergangenen Jahr bundesweit die höchste Quote an Schadensmeldungen nach Unwettern. Zu diesem Ergebnis kommt der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) in seiner Naturgefahrenbilanz. Die Schadenshöhe von 47 Millionen Euro liegt im Vergleich zu anderen Bundesländern aber im unteren Mittelfeld.

Stürme und Hagel haben 2019 im Saarland zu etlichen Schäden geführt. Nach Angaben des GDV war das Saarland relativ gesehen besonders häufig betroffen. Auf 1000 Sachversicherungen kamen rund 51 Schadensmeldungen. Damit sorgten Unwetter im Saarland bundesweit am meisten für Schäden. Dahinter liegt Sachsen mit rund 43 Meldungen auf 1000 Verträge.

Für die Beseitigung der Sturm- und Hagelschäden mussten Versicherer laut GDV 43 Millionen Euro aufbringen, für die Folgen von Hochwasser und Starkregen weitere vier Millionen. Zusammen mit den Schäden aus Rheinland-Pfalz sind 144 Millionen Euro angefallen.

Gemessen an der Schadenshöhe liegt das Saarland im deutschlandweiten Vergleich auf Rang zehn und damit im unteren Mittelfeld. Bayern trafen die Unwetter mit insgesamt 675 Millionen Euro am härtesten.

Tatsächliche Schäden vermutlich höher

Der GDV geht allerdings davon aus, dass die tatsächlichen Schäden in allen Bundesländern noch höher liegen, weil nicht alle Häuser gegen Naturgewalten versichert seien. Im Saarland sind zwar 99 Prozent der Häuser gegen Sturm- und Hagelschäden versichert, aber nur gut jedes dritte Haus gegen Elementargefahren wie Starkregen und Hochwasser.

Noch wenige Jahre zuvor war das Saarland Schlusslicht mit einer Elementarversicherungsquote von zwölf Prozent. Nach dem schweren Unwetter, das in der Nacht zum 1. Juni 2018 die Gemeinde Kleinblittersdorf schwer getroffen hat, ist die Zahl der Elementarversicherungen im Saarland deutlich angestiegen.

Die Statistik des Gesamtverbands Deutscher Versicherungswirtschaft erfasst versicherte Schäden an Häusern und Hausrat sowie bei Gewerbe- und Industriebetrieben.

47 Millionen Euro Schäden durch Unwetter 2019


Sturmtief "Eberhard":
Rund 400 Einsatzkräfte waren wegen Sturm "Eberhard" im März 2019 im Saarland unterwegs. Sie waren vor allem damit beschäftigt, umgestürzte Bäume wegzuräumen. Mehrere Landstraßen waren noch länger durch umgestürzte Bäume blockiert.


Keine Verletzten

Ein Gewitter mit Starkregen hat in der Nacht zum 6. Juni 2019 im Saarland zu Schäden geführt. Wie die Polizei dem SR mitteilte, kam es ingesamt zu 19 Einsätzen. Vor allem im Raum Saarbrücken, Lebach und im Nordsaarland mussten die Beamten wegen des Unwetters ausrücken.


Vollgelaufene Keller

In weiten Teilen des Saarlandes ist es am späten Nachmittag und Abend des 09.08.2019 zu Unwettern gekommen. Laut der Feuerwehr St. Wendel kam es im dortigen Landkreis bis zum frühen Abend zu über 70 Einsätzen.


Sturmtief "Mortimer"

In der Nacht zum 30.09.2020 wehte der erste Herbststurm über das Saarland. Die Schäden durch Tief "Mortimer" hielten sich zwar in Grenzen, trotzdem mussten Polizei und Feuerwehr über 60 Mal ausrücken.

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