Das Logo der Vereinten Nationen ist im Camp Castor an der Uniform eines Soldaten der Bundeswehr angebracht. (Foto: picture alliance/dpa | Michael Kappeler)

100 saarländische Soldaten brechen nach Mali auf

  17.09.2021 | 18:20 Uhr

100 Soldatinnen und Soldaten aus Lebach brechen in den kommenden Tagen nach Mali auf. Die Soldaten nehmen dort an der UN-Mission Minusma teil. Verteidigungsministerin Kramp-Karrenbauer und Außenminister Maas hatten sich am Donnerstag im SR kritisch zum Einsatz geäußert.

Das Einsatzkommando der Bundeswehr bestätigte dem SR, dass 100 Soldaten aus Lebach an der UN-Mission Minusma in Mali teilnehmen. Zuvor hatte die Saarbrücker Zeitung darüber berichtet. Das Truppenkontingent in Mali liegt den Angaben zufolge aktuell bei rund 900. 

Die saarländischen Soldaten lösen die bayerischen Kameraden am 23. September ab und werden rund um das Camp Castor in der Region Gao als Späher eingesetzt. 

Gefährlicher Einsatz

Im Mai hatte der Bundestag das Mandat für den Einsatz verlängert. Die UN-Mission soll zum Frieden und zur Aussöhnung in Mali beitragen. Erst im Juni waren bei einem Selbstmordanschlag nördlich der Stadt Gao zwölf Deutsche verletzt worden.

Kramp-Karrenbauer und Maas kritisch

Im SR Fernsehen hatten sich Bundesverteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) und Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) am Donnerstag kritisch zum Bundeswehreinsatz in Mali geäußert.

Kramp-Karrenbauer hatte per Twitter angekündigt, den Einsatz möglicherweise zu prüfen. "Wenn die malische Regierung sich nicht an Zusagen, zum Beispiel Wahlen durchzuführen, halten will, und mit einer russischen Söldnertruppe einen Vertrag schließen will, dann muss man sich die Geschäftsgrundlage nochmal anschauen", sagte sie im SR.

Heiko Maas (SPD) sagte, er sei "sehr besorgt" und halte das Verhalten der Regierung dort "nicht für akzeptabel".

Über dieses Thema berichten auch die SR-Hörfunknachrichten am 17.09.2021.

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