Weltkrebstag Untersuchung (Foto: dpa Bildfunk/Friso Gentsch)

Saar-Krebsgesellschaft warnt vor Falsch-Informationen

  04.02.2020 | 07:16 Uhr

Die Diagnose Krebs stellt das Leben der Erkrankten von heute auf morgen auf den Kopf. Viele Patienten informieren sich zu ihrer Erkrankung im Internet. Doch Experten warnen vor unseriösen Informationsquellen.

Mit nur wenigen Klicks lassen sich im Internet viele Informationen zum Thema Krebs finden. Doch wie können Betroffene seriös recherchierte Beiträge von Falsch-Informationen unterscheiden? Vorsicht sei bei reißerischen Schlagzeilen geboten und bei Therapieformen, die ohne Nebenwirkungen eine Heilung versprechen, teilt die Saarländische Krebsgesellschaft zum Weltkrebstag mit.

Persönliche Beratungsgespräche

Dr. Steffen Wagner zum Weltkrebstag
Mit Optimismus gegen den Krebs
Dr. Steffen Wagner, der Vorsitzende der saarländischen Krebsgesellschaft, hat anlässlich des Weltkrebstages keine Scheu vor Vorsorge-Untersuchungen und einen gesunden, sportlichen und optimistischen Lebensstil ohne Tabak empfohlen. Bei all dem könne seine Einrichtung Unterstützung bieten, so Wagner im SR-Interview.

Seriöse Informationen können Krebspatienten und deren Angehörige in den kostenlosen Beratungsstellen der saarländischen Krebsgesellschaft erhalten. Diese gibt es in Saarbrücken, Homburg, Lebach, Saarlouis und Weiskirchen. „Diese Menschen brauchen eine besondere Betreuung, da häufig körperliche, seelische und soziale Probleme auftauchen, die erst später offensichtlich werden“, sagt Dr. Steffen Wagner, Vorsitzender der Saarländischen Krebsgesellschaft. Ähnliche Beratungen bietet auch die saarländische Krebsliga in Saarbrücken an.

Daneben läuft im Saarland seit 2017 das Pilotprojekt "PIKKO", zur Patienteninformation, -kommunikation und Kompetenzförderung in der Onkologie. Dabei stehen den Krebspatienten medizinisches Fachpersonal, sogenannte "Onkolotsen", zur Seite. Diese informieren Betroffene über die Erkrankung und begleiten sie durch die Therapie. An dem Projekt sind die IKK-Südwest, die Knappschaft, die Techniker Krankenkasse, AOK, die Deutsche Krebsgesellschaft, die Saarländische Krebsgesellschaft und das Universitätsklinikum Jena beteiligt.

Krebserkrankungen in Deutschland

In Deutschland erkrankt jeder Zweite im Laufe seines Lebens an Krebs. Das geht aus dem aktuellen Bericht des Zentrums für Krebsregisterdaten (ZfKD) vom Robert-Koch-Instituts hervor. Demnach wurden 2016 etwa 492.000 Menschen in Deutschland neu mit Krebs diagnostiziert. Aufgrund des demografischen Wandels rechnet das ZfKD bis 2020 mit einer Zunahme von 500.000 Krebsneuerkrankungen und zwischen 2015 und 2030 mit einem Anstieg um 23 Prozent.

Krebs ist die zweithäufigste Todesursache nach Herz-Kreislauf-Erkrankungen, wie die Saarländische Krebsgesellschaft mitteilt. Bei Frauen zählt zu den häufigsten Krebserkrankungen der Brust-, Darm- und Lungenkrebs, bei Männern der Prostata-, Darm- und Lungenkrebs.

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