Symbolbild: Polizei (Foto: SR / Felix Schneider)

U-Haft wegen Verdacht auf sexuellen Missbrauch

  01.07.2020 | 18:43 Uhr

Im Zusammenhang mit den Ermittlungen zum Missbrauchskomplex Bergisch-Gladbach ist ein Mann aus dem Saarland festgenommen worden. Die Ermittler werfen dem 22-Jährigen vor, zwischen 2018 und 2019 im Saarland ein heute elfjähriges Kind mehrfach missbraucht zu haben.

Mindestens zwei der Taten soll der Beschuldigte aufgenommen haben. Die Videos soll er dann an einen gesondert verfolgten Dritten gesendet haben. Der Beschuldigte wurde den Angaben nach am Mittwochmorgen identifiziert und unmittelbar im Saarland festgenommen.

Das Amtsgericht habe die Haftgründe der Fluchtgefahr, Verdunkelungsgefahr und der Wiederholungsgefahr erkannt und deshalb Haftbefehl erlassen, erklärte die Staatsanwaltschaft. Der Beschuldigte befindet sich in Untersuchungshaft.

Missbrauchskomplex Bergisch Gladbach

Das Verfahren steht im Zusammenhang mit gesonderten Ermittlungen der "BAO Berg" (Besondere Aufbauorganisation) sowie der bei der Zentral- und Ansprechstelle Cybercrime (ZAC) in Nordrhein-Westfalen eingerichteten Task Force zur Bekämpfung des "netzkonnexen Kindesmissbrauchs".

Den Ermittlern dort waren die Videos im Zuge von Ermittlungen gegen deren Empfänger aufgefallen. Polizeibeamte der BAO Berg sind seit Oktober vergangenen Jahres in dem bundesweiten Missbrauchskomplex mit der Auswertung gigantischer Datenmengen und Zeugenvernehmungen beschäftigt.

Zwölf Beschuldigte

Derzeit werten Ermittler der BAO und der ZAC NRW nach Informationen der Agentur epd unter der Leitung des Kölner Oberstaatsanwalts Markus Hartmann rund 30.000 Spuren und Hinweise aus dem Internet und Chatverläufen auf mögliche Täter aus. Der Komplex war mit der ersten Durchsuchung bei einem Hauptverdächtigen in Bergisch Gladbach ins Rollen gekommen.

Die Ermittler konnten bislang über 40 Opfer im Alter von drei Monaten bis 14 Jahren identifizieren. Acht Menschen sind bislang angeklagt, beschuldigt insgesamt 52. In Untersuchungshaft befanden sich mit Stand 25. Juni elf Menschen. Mit dem Beschuldigten aus dem Saarland beträgt die Zahl nun zwölf.

Über dieses Thema haben auch die SR Hörfunknachrichten vom 01.07.2020 berichtet.

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