Studenten verfolgen in einem Hörsaal eine Vorlesung. (Foto: dpa)

Saarländer streben höhere Abschlüsse an

  11.09.2019 | 16:45 Uhr

Knapp zwei Drittel der saarländischen Nachwuchskräfte streben einen höheren Bildungsabschluss an. Das ist die zweithöchste Quote unter den Flächenländern. Die Arbeitskammer warnt allerdings vor einer Kluft auf dem Arbeitsmarkt.

Im Saarland ist die Zahl der Menschen deutlich gestiegen, die an einer Hochschule eingeschrieben sind oder die eine Meister-, Techniker- oder Erzieherausbildung absolvieren. Strebten 2006 noch 42 Prozent einen höheren Berufsabschluss an, waren es 2017 schon 65 Prozent.

Damit liege das Land wie die Stadtstaaten und Sachsen über dem Durchschnitt aller Länder, die zur Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung OECD gehören, teilte das Statistische Bundesamt mit. Seit 2005 habe sich der Anteil der Saarländer mit einem akademischen Abschluss von 19 Prozent auf 25 Prozent erhöht.

"Schwächere dürfen nicht auf der Strecke bleiben"

Kilian Pfeffer: "Das Saarland spielt eine sehr gute Rolle"
Audio [SR 2, Jochen Marmit, 11.09.2019, Länge: 04:20 Min.]
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Aus Sicht der saarländischen Arbeitskammer ist das grundsätzlich eine positive Entwicklung. Sie korrespondiere allerdings mit gravierenden Veränderungen auf dem Arbeitsmarkt. Denn dort steigen die Anforderungen kontinuierlich, sagt Roman Lutz, Leiter der Abteilung Bildungs- und Wissenschaftspolitik. „Ausbildungsberufe werden immer anspruchsvoller. Und die Digitalisierung verstärkt diesen Trend noch.“

Die Leidtragenden dieser Entwicklung seien die Menschen, denen es schwerer fällt mitzuhalten, warnt Lutz. Zwar ist der Anteil der Geringqualifizierten im Saarland deutlich zurückgegangen - von 24 Prozent auf 15 Prozent. Das sei aber immer noch eine große Gruppe. "Die Schwächeren dürfen nicht auf der Strecke bleiben", fordert Lutz. "Darauf muss die Politik einen größeren Fokus legen." Auch die Unternehmen müssten sich stärker engagieren - etwa indem sie junge Menschen mit Schwierigkeiten intensiver betreuen.

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten am 11.09.2019 berichtet.

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