Die Saarbrücker Stele für die Widerstandskämpferinnen Marie Juchacz und Hanna Kirchner (Foto: SR/Stephan Deppen)

Saarbrücken: Denkmal für Widerstandskämpferinnen

  28.05.2019 | 08:20 Uhr

In der Saarbrücker Bahnhofstraße ist am Dienstag eine Erinnerungsstele der Öffentlichkeit übergeben worden. Sie erinnert an zwei Frauen, die gegen das Nazi-Regime Widerstand geleistet hatten: Marie Juchacz und Johanna Kirchner.

Saarbrücker Stele für Widerstandskämpferinnen
Audio [SR 3, Stephan Deppen, 28.05.2019, Länge: 03:10 Min.]
Saarbrücker Stele für Widerstandskämpferinnen

Marie Juchacz hat 1919 die Gründung der Arbeiterwohlfahrt initiiert. Zudem war sie die erste Frau, die eine Rede zur Stärkung der Rechte von Frauen in der Weimarer Nationalversammlung gehalten hat. Zudem arbeitete sie an der Weimarer Reichsverfassung mit und bleibt bis 1933 Mitglied des Deutschen Reichstages. Nach der Machtübernahme Hitlers 1933 flieht sie ins Saargebiet, führt in Saarbrücken bei der AWO ein Restaurant und in der Bahnhofstr. 80 eine Pension für Migranten.

Dort lernt sie auch die Widerstandskämpferin Johanna Kirchner kennen. Kirchner leitet das Saarflüchtlingskomitee, verbreitet illegal Flugblätter und verhilft zahlreichen Juden zur Flucht. Nach der Volksabstimmung 1935 flieht sie nach Paris. 1942 wird sie von der französischen Geheimpolizei an die Gestapo ausgeliefert, wegen Landesverrats vom Volksgerichtshof unter Roland Freisler zum Tode verurteilt und am 9. Juni 1944 in Berlin-Plötzensee hingerichtet.

"Es ist wichtig an die Frauen und Männer zu erinnern, die für Demokratie und Menschlichkeit gekämpft haben. Hanna Kirchner und Marie Juchacz sind Frauen, die bereit waren, für ihre Werte und Ideale, Repressalien und Gefahren auf sich zu nehmen und auch dafür zu sterben", sagte Oberbürgermeisterin Charlotte Britz bei der Übergabe der Erinnerungsstele.

Über dieses Thema hat auch die SR 3-Rundschau am 28.05.2019 berichtet.

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