Hochleistungsrechner für Forschungsprojekte in der Bioinformatik (Foto: Pasquale D'Angiolillo/Universität des Saarlandes)

Saar-Uni Teil von Hochleistungsrechen-Netzwerk

  22.10.2021 | 13:24 Uhr

Die Universität des Saarlandes wird Teil eines bundesweiten Netzwerkes für Hochleistungsrechnen. Das hat die Uni mitgeteilt. In dem Verbund sollen Wissenschaftler überregional von Rechenkapazitäten und Forschungswissen profitieren.

In Wissenschaft und Forschung fallen immer häufiger sehr große Datenmengen an, die nur mit Hilfe von Hochleistungsrechnern ausgewertet und bearbeitet werden können. Bund und Länder haben sich deshalb 2018 darauf verständigt, einen deutschlandweiten Verbund des Nationalen Hochleistungsrechnens (NHR) zu gründen.

Ziel ist es den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern die notwendigen Rechenkapazitäten für ihre Arbeit überregional zur Verfügung zu stellen. Außerdem sollen auf diesem Weg die fachlichen und methodischen Stärken von Hochleistungszentren weiterentwickelt und besser aufeinander abgestimmt werden.

Südwest-Zentrum wird Teil des Verbunds

Die Universität des Saarlandes wird nun gemeinsam mit der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, der Technischen Universität Kaiserslautern, der Goethe-Universität Frankfurt als NHR-Zentrum Südwest in den bundesweiten Verbund mit aufgenommen. Das hat die Gemeinsame Wissenschaftskonferenz von Bund und Ländern am Freitag beschlossen.

Zuvor waren bereits Aachen, Berlin, Darmstadt, Dresden, Erlangen-Nürnberg, Göttingen, Karlsruhe und Paderborn in insgesamt acht überregionalen Zentren für Hochleistungsrechnen zusammengeschlossen.

Überregionale Rechenkapazitäten

Sebastian Hack, Informatik-Professor an der Saar-Uni, sieht in der Aufnahme in den Verbund große Vorteile für die Uni. Dadurch könnten eigene Rechenkapazitäten aufgebaut werden.

„Wir können aber auch von dem bundesweiten Netzwerk profitieren, in dem sich alle regionalen Zentren zusammengeschlossen haben. Darin stellen sich alle gegenseitig Rechenzeit zur Verfügung, so dass die Hochleistungscomputer optimal genutzt werden können", so Hack.

Im Verbund können sich die Wissenschaftler gegenseitig unterstützen. Denn die große Rechenleistung werde bei Forschungsprojekten häufig nur zeitweise benötigt. In anderen Phasen könnte diese dann anderen Forscherinnen und Forschern zur Verfügung gestellt werden.

Verbund profitiert von Forschung

Die NHR-Zentren profitieren nicht nur von den Rechenleistungen anderer Mitglieder, sondern auch von deren Forschungskompetenz. Hack bringt etwa sein Wissen rund um Programmiersprachen, Code-Optimierung und Übersetzerbau mit ein.

Sein Kollege Philipp Slusallek, der auch wissenschaftlicher Direktor am Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (KI) ist, steht als Experte für Forschungsfragen rund um KI bereit.

625 Millionen für Hochleistungsrechnen

Insagesamt stehen für das Nationale Hochleistungsrechnen über einen Förderzeitraum von zehn Jahren 625 Millionen Euro zur Verfügung. Das NHR-Zentrum Südwest hat innerhalb dieses Zeitraums ein Gesamtvolumen von rund 124 Millionen Euro. Davon stammen 40 Millionen Euro aus dem Nationalen Hochleistungsrechnen.

Über dieses Thema hat auch die SR-Fernsehsendung "aktueller bericht" am 22.10.2021 berichtet.

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