Eine Flüssigkeit tropft aus der Nadel einer Spritze. (Foto: dpa)

Saar-Uni forscht zu Coronaimpfung bei Organtransplantierten

  05.09.2021 | 12:22 Uhr

Menschen, die ein Spenderorgan erhalten, müssen Medikamente einnehmen, die das Immunsystem unterdrücken. Diese können verhindern, dass eine Impfung die gewünschten Abwehrmechanismen im Körper in Gang setzt. Forscher der Saar-Uni untersuchen derzeit in einer Studie wie die Coronaimpfung bei Transplantierten wirkt.

Immunologie-Professorin Martina Sester und ihr Team untersuchen in der aktuell noch laufenden Studie ingesamt 400 Personen. Erste Forschungsergebnisse haben sie jetzt im „American Journal of Transplantation“ veröffentlicht.

Für diese Publikation wurden die Daten von 110 bereits zweifach geimpften Personen ausgewertet. Darunter befinden sich 40 Nieren-, Lungen- und Lebertransplantierte sowie Patienten mit einem Spenderherz, die am Universitätsklinikum des Saarlandes in Homburg behandelt werden. Hinzu kommen 70 gesunde Personen, die keine Immunsuppressiva einnehmen.

Immunabwehr wird mobilisiert

Trotz der abgeschwächten Immunantwort von Organtransplantierten konnten die Forscher nachweisen, dass die verschiedenen Covid-19-Impfstoffe die Immunabwehr auf unterschiedliche Weise mobilisieren und sich dabei ergänzen können.

"Unsere Studie belegt zum einen, dass die Covid-19-Impfstoffe nach der ersten Gabe unterschiedlich wirken", erläutert Martina Sester. "Zum anderen zeigte die Studie, dass reine Antikörpertests nicht ausreichen, um bei immungeschwächten Personen herauszufinden, ob sie einen ausreichenden Impfschutz aufweisen." Auch die T-Zellen müssten dafür analysiert werden.

Drittimpfung wird untersucht

Die Immunologie-Professorin und ihr Team hatten zuvor in einer Publikation in „Nature Medicine“ bereits belegen können, dass bei gesunden Menschen eine Kombination des Astrazenca-Impfstoffs mit dem Biontech-Wirkstoff eine deutlich stärkere Immunantwort zeigt als eine doppelte Astrazeneca-Impfung.

"Wir überprüfen jetzt, ob immungeschwächte Menschen als dritte Impfung eine kombinierte Version bekommen sollten, um eine möglichste breite Immunreaktion des Körpers zu erzeugen", so Martina Sester.

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