Ein Krankenhausschild (Symbolbild) (Foto: picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild | Stefan Sauer)

Krankenhäuser machen auf Finanznot aufmerksam

Mit Informationen von Steffani Balle und Manuela Weichsel   15.09.2022 | 19:24 Uhr

Vor der SHG-Klinik auf dem Sonnenberg in Saarbrücken hat am Donnerstag ein "Protest-Truck" Station gemacht. Er soll auf die desolate Finanzlage der Krankenhäuser aufmerksam machen. Gesundheitsminister Jung kündigte im SR-Interview Unterstützung für die Kliniken an.

Die Krankenhäuser in Deutschland stecken in einer wirtschaftlichen Notlage. 60 Prozent der Kliniken schreiben bereits jetzt rote Zahlen, weil die Preise für Energie, Medizinprodukte und Dienstleistungen so stark gestiegen sind. Um darauf aufmerksam zu machen, läuft derzeit eine bundesweite Aktion der deutschen Krankenhausgesellschaft. Der dazugehörige Protest-Truck hat am Donnerstag an der SHG-Klinik auf dem Sonnenberg Station gemacht.

Vom Bund fordert die Saarländische Krankenhausgesellschaft eine Soforthilfe von mindestens 100 Millionen Euro zum Erhalt der Liquidität. „Wir fordern eine finanzielle Unterstützung für die Krankenhäuser, fordern einen Inflationsausgleich, weil wir die massiv steigenden Energie- und Rohstoffkosten nicht selbstständig auffangen können“, sagte der Geschäftsführer des Klinikums Saarbrücken, Christian Braun, dem SR. „Da brauchen wir dringende Unterstützung der Politik. Ansonsten kommt ein kalter Strukturwandel, der niemandem dienlich ist, insbesondere nicht unseren Patienten.“

Video [aktueller bericht, 15.09.2022, Länge: 2:00 Min.]
„Protest-Truck“ macht auf prekäre Finanzlage der Kliniken aufmerksam

Man könne die steigenden Kosten nicht auf die Patienten umlegen, so Braun. Die Unterstützung vom Bund müsse folglich so schnell wie möglich kommen. Wenn nicht, hätte das auch nach Einschätzung von Thomas Jakobs fatale Folgen. „Das würde bedeuten: Patienten könnten nicht so versorgt werden. Wir müssten irgendwo auch beim Materialeinkauf sparen, was zulasten der Patienten geht, und wir müssten auch Personal freistellen, um unsere Personalkosten zu drücken“, so der Geschäftsführer der Saarländischen Krankenhausgesellschaft (SKG).

Jakobs schätzt, dass allein im Saarland mindestens 100 Millionen Euro gebraucht werden, um die Kostensteigerungen in den Krankenhäusern aufzufangen.

Energiekostenzuschuss in Planung

Saar-Gesundheitsminister Magnus Jung (SPD) kündigte im SR-Interview Unterstützung für die Kliniken an. Zur kurzfristigen Entlastung der Kliniken erwarte er einen Zuschuss aus Berlin für die enorm gestiegenen Energiekosten. Das habe ihm Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach zugesichert.

Zudem will sich Jung noch in diesem Monat mit allen Krankenhausträgern zusammensetzen, um Einsparpotentiale und mögliche Unterstützungsleistungen zu besprechen.

Saar-Gesundheitsminister Jung über die Notlage in den saarländischen Krankenhäusern
Audio [SR 3, Simin Sadeghi, 15.09.2022, Länge: 03:54 Min.]
Saar-Gesundheitsminister Jung über die Notlage in den saarländischen Krankenhäusern

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten am 15.09.2022 berichtet.

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